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Planetarische Pentakel, zwischen Astrologie und Hochmagie
Pantacles planétaires, entre astrologie et haute magie

Die Notizbücher von Aeternum

Planetarische Pentakel, zwischen Astrologie und Hochmagie

4 Min. Lesezeit

Das planetare Pantakel (und nicht Pentakel, hier sprechen wir darüber) ist eine gravierte Scheibe, die seit dem Mittelalter in der Astralmagie verwendet wird. Als reines Werkzeug der Hochmagie beruht seine Herstellung auf einer Reihe strenger Regeln, die auf Astrologie, Theurgie und der talismanischen Tradition basieren. Erklärungen.

Um noch weiterzugehen und konkret mit diesen Pantakeln zu arbeiten, haben wir eine vollständige Sammlung in hoher Auflösung jedes Siegels erstellt, die Sie hier finden können.

Handschriftliche Entstehung und astrologischer Rahmen

Der Begriff planetare Pantakel taucht im mittelalterlichen Latein durch die Übersetzung einer alten arabischen Abhandlung namens Picatrix auf. Dieser im 11. Jahrhundert verfasste Text ist eine Zusammenstellung von mehr als zweihundert Quellen über das, was man damals Astralmagie nannte – eine Form der Magie, die den Einfluss der Gestirne einzufangen sucht. Jedem Planeten wird darin ein Symbol, ein göttlicher Name (hebräisch oder arabisch) und ein vermittelnder Geist zugeordnet; all dies wird in einen schützenden Kreis graviert, der diese himmlische Einwirkung konzentrieren und lenken soll.

Im 16. Jahrhundert greift der deutsche Gelehrte Heinrich Cornelius Agrippa dieses alte Wissen auf und ordnet es in seinem Werk De occulta philosophia (Okkulte Philosophie) neu. Im zweiten Buch stellt er Tabellen vor, die jeden Planeten mit einem bestimmten Metall, einer geometrischen Figur (dem Siegel), einem himmlischen Geist (oder einer Engelsintelligenz) sowie einem günstigen Zeitpunkt zur Herstellung oder Aktivierung des Talismans verbinden. Die Idee besteht darin, die Bewegungen des Himmels (die Astrologie) mit der Kunst zu verbinden, Objekte mit einer bestimmten Absicht aufzuladen (die talismanische Magie).

Diese Logik findet sich auch, in religiöserem Ton und mit liturgischen Elementen, in einem weiteren bedeutenden Text: der Clavicula Salomonis (lateinisch Clavicula Salomonis), einem äußerst einflussreichen Grimoire, dessen beste handschriftliche Exemplare aus dem 15. bis 17. Jahrhundert stammen. Diese Texte wurden in Werkstätten von Mönchen oder Gelehrten, sogenannten Skriptorien, kopiert und illustriert, insbesondere in Italien am Ende der Renaissance.

Grafische Struktur und materielle Entsprechungen

Ein planetarer Pantakel hat die Form einer Scheibe, die meist durch konzentrische Kreise und manchmal durch Gitterstrukturen gegliedert ist. Im Inneren findet sich eine komplexe Komposition aus hebräischen Buchstaben, Engelnamen, Bibelversen oder Formeln aus religiösen Traditionen sowie planetaren Symbolen (den sogenannten Glyphen).

Planetare Pantakel zwischen Astrologie und Hochmagie

Erstes Pantakel des Jupiter

Laut La Clavicule de Solomon muss jedes Pantakel aus einem bestimmten Metall gefertigt werden, das dem jeweiligen Planeten entspricht: Blei für Saturn, Zinn für Jupiter, Eisen für Mars, Gold für die Sonne, Kupfer für Venus, Quecksilber oder eine flüchtige Legierung für Merkur und Silber für den Mond. Alternativ kann man sie auch mit Tinte auf unbeschriebenes Pergament zeichnen und dabei eine Farbe verwenden, die dem Gestirn entspricht.

Die von Picatrix beeinflussten Denker – wie Marsilio Ficino oder Pietro d’Abano – erklärten, dass der Kreis des Pantakels den Einfluss des Gestirns einschließt, während die darin eingetragenen heiligen Namen als geistige Vermittler zwischen der himmlischen und der irdischen Welt wirken.

Aktivierungsrituale und europäische Überlieferung

Der Tradition zufolge genügt es nicht, das Pantakel anzufertigen, damit es wirksam wird: Es muss auch aktiviert werden. Dazu gehört ein genau festgelegtes Ritual: Man graviert es, parfümiert es (man sagt auch, man räuchert es, weil man es durch den Rauch eines geweihten Räucherwerks führt) und versiegelt es (das heißt, man weiht es und verschließt es magisch) genau zu dem Zeitpunkt, an dem der entsprechende Planet am Himmel vorherrscht. Man spricht dann von einer Planetenstunde.

Nach seiner Aktivierung kann das Pantakel um den Hals getragen, an einer Tür befestigt, über einem Altar aufgehängt oder an einem strategischen Ort verborgen werden. Laut La Clavicule de Solomon kann diese Scheibe ihren Träger vor Giften, Feuer, Ertrinken oder Zaubersprüchen schützen, gesellschaftliche Gunst anziehen oder auch als magische Vollmacht dienen, um Geister zu befehligen.

Historische Quellen belegen ihre Verwendung: Die Gerichtsarchive Venedigs erwähnen Picatrix im Zusammenhang mit der Verhaftung Casanovas; Ärzte wie Paracelsus erwähnen die Verwendung dieser Talismane in ihren Abhandlungen. Sie gehören daher nicht ausschließlich in den Bereich von Aberglauben oder Folklore, sondern waren auch in Gelehrtenkreisen und an Fürstenhöfen verbreitet.

Im 19. Jahrhundert integrierte der englische Okkultist Samuel Liddell MacGregor Mathers diese Pantakel in das Ritualsystem der Golden Dawn, einer einflussreichen Initiationsgesellschaft. Zur gleichen Zeit veröffentlichten in Paris weitere Okkultisten Agrippas Texte neu und entfachten damit das Interesse an diesen alten Symbolen erneut – weit entfernt von New-Age-Vereinnahmungen und sogenannten modernen Hexenpraktiken.

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