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Wozu dient das Dreieck der Kunst in der zeremoniellen Magie?
Triangle d’Art et cercle de Salomon dans le manuscrit Sloane 3648 du Lemegeton, 17ème siècle — Aeternum, blog & boutique ésotérique

Die Notizbücher von Aeternum

Wozu dient das Dreieck der Kunst in der zeremoniellen Magie?

12 Min. Lesezeit

Das „Magische Dreieck“ ist keine in jeder Form der Magie vorgeschriebene Figur. In der westlichen zeremoniellen Tradition bezeichnet es vor allem das, was moderne Ausgaben Dreieck der Kunst oder Dreieck Salomos nennen: einen außerhalb des Kreises des Praktizierenden gezogenen Bereich in bestimmten Evokationsritualen, insbesondere in der Ars Goetia.

Seine Funktion darf nicht mit der eines beliebigen symbolischen Dreiecks verwechselt werden. Ein alchemistisches Dreieck, das Elementarzeichen des Feuers, eine Darstellung der christlichen Dreifaltigkeit und das goetische Dreieck der Kunst können dieselbe Geometrie verwenden, ohne demselben System anzugehören. Die Form ist gemeinsam; der Ritus, der ihr Bedeutung verleiht, ist es nicht.

Woher stammt das Dreieck der Kunst?

Das bekannteste Modell erscheint in der handschriftlichen Tradition des Lemegeton Clavicula Salomonis oder der Kleine Schlüssel Salomos, einer Zusammenstellung zeremonieller Magie, die in Manuskripten des 16. und 17. Jahrhunderts überliefert ist.

Die British Library bewahrt insbesondere das Manuskript Sloane MS 3648 auf, das eine Fassung des Lesser Key of Solomon enthält. Ihr Katalog ordnet es einer Sammlung zu, die auf die Zeit von 1572 bis zum 17. Jahrhundert datiert wird. Das Manuskript stellt den magischen Kreis und das Dreieck als zwei voneinander getrennte Figuren desselben zeremoniellen Aufbaus dar.

Die kritische Transkription von Joseph H. Peterson, die hauptsächlich auf dem Manuskript Sloane 3825 basiert und mit mehreren anderen Zeugen verglichen wurde, enthält eine sehr klare Anweisung: Das Dreieck ist der Ort, in dem Salomon angeblich die ungehorsamen Geister befohlen haben soll. Es muss in einem gewissen Abstand vom Kreis gezogen und auf den Bereich ausgerichtet werden, dem der angerufene Geist angehört.

Diese Formulierung gehört zum Lemegeton. Sie stellt keine Regel der gesamten westlichen Magie dar.

Wie sieht das Dreieck Salomos in der Ars Goetia aus?

In den Manuskripten und in der Mathers-Crowley-Ausgabe von 1904Das Dreieck besitzt eine präzise Struktur.

Der Text platziert es zwei Fuß vom magischen Kreis entfernt und gibt ihm eine Breite von etwa drei Fuß. In der Mitte steht der Name Michael. Außen erscheinen je nach Manuskript und Schreibweise die Namen Anephezeton oder Anaphaxeton, Tetragrammaton und Primeumaton.

Orthografische Varianten sind bei dieser Art der handschriftlichen Überlieferung normal. Sie erinnern daran, dass es keine unverändert überlieferte Zeichnung aus einem antiken salomonischen Original gibt: Es handelt sich um aufeinanderfolgende Kopien, Bearbeitungen und Ausgaben.

Die hier auf dem Cover verwendete Zeichnung stammt aus dem Manuskript Sloane 3648 und zeigt genau den Kreis und das Dreieck in ihrer rituellen Beziehung. Das Bild ist gemeinfrei.

Muss das Dreieck immer nach Osten zeigen?

Nein.

Die Ars Goetia präzisiert, dass das Dreieck in Richtung des Viertels, dem der Geist angehört, aufgestellt werden soll. Die Basis befindet sich auf der Seite des Kreises, und die Spitze weist in die betreffende Richtung.

Der Osten ist daher keine universelle Ausrichtung des Dreiecks der Kunst. Es kann in bestimmten gedruckten Tafeln oder rituellen Beispielen im Osten erscheinen, doch die Logik des Textes ist richtungsbezogen: Der Standort hängt von der Operation ab.

Diese Unterscheidung ist wichtig, denn der moderne Okkultismus neigt dazu, grafische Beispiele in allgemeine Gesetzmäßigkeiten zu verwandeln.

Dient das Dreieck der Kunst dazu, einen Geist zu «materialisieren»?

In der Sprache der Grimoires ist das Dreieck vor allem ein der Erscheinung zugewiesener Ort.

Der Text beschreibt keine physikalische Theorie, nach der die drei Seiten eine messbare «Manifestationsenergie» konzentrieren würden. Er weist vielmehr darauf hin, dass der Geist in einem rituell definierten Raum erscheinen soll, der von dem des Magiers getrennt ist.

In der Logik des Grimoires ordnet diese Trennung die Beziehung zwischen dem Magier und dem Geist: Der Erste bleibt im Kreis, während der Zweite einen bestimmten Erscheinungsort erhält.

Heute von «Materialisierung», «astraler Verdichtung» oder «Dimensionsportal» zu sprechen, ist eine spätere Interpretation. Sie kann bestimmten okkulten Systemen angehören, darf aber nicht als universelle historische Erklärung des Dreiecks der Kunst dargestellt werden.

Warum sind der Kreis und das Dreieck voneinander getrennt?

In der Ars Goetia erfüllen der Kreis und das Dreieck zwei unterschiedliche rituelle Funktionen.

Der Kreis ist der Raum des Magiers. Der Text beschreibt ihn als eine Figur, die den Magier vor der Bosheit der Geister bewahren soll, und umgibt ihn mit göttlichen Namen. Das Dreieck befindet sich außerhalb und dient als der Erscheinung zugewiesener Raum.

Daher ist es treffender, von einer zeremoniellen Vorrichtung mit zwei Bereichen zu sprechen, anstatt abstrakt «Kreis = Unendlichkeit» und «Dreieck = Materie» gegenüberzustellen.

Philosophische Deutungen des Kreises und des Dreiecks gibt es, doch sie überlagern die konkrete Funktionsweise des Rituals. Im goetischen Text zählt die räumliche Anordnung ebenso sehr wie die symbolische Geometrie.

Um den Kreis in den Gesamtzusammenhang der zeremoniellen Magie einzuordnen, siehe Was versteht man wirklich unter Hoher Magie?.

Kann man einen magischen Kreis ohne Dreieck praktizieren?

Ja. Die gegenteilige Behauptung ist historisch falsch.

Viele Texte der zeremoniellen Magie schreiben einen Kreis vor, ohne das goetische Dreieck der Kunst zu verwenden. Die Clavicula Salomonis beispielsweise beschreibt ausführlich die Konstruktion des Kreises, die göttlichen Namen, die Pentakel und die Instrumente, ohne das Erscheinungsdreieck der Ars Goetia zu einem obligatorischen Bestandteil jeder Operation zu machen.

Andere Grimoires verwenden wiederum andere Vorrichtungen. Das Grand Grimoire platziert ein Dreieck in einer rituellen Konstruktion, die nicht der des Lemegeton entspricht, wobei der Praktizierende und seine Assistenten innerhalb einer anderen Anordnung positioniert sind.

Es gibt daher keinen einzigen Plan des „wahren magischen Rituals“. Jeder Text muss gemäß seinem eigenen System gelesen werden.

Erscheint das Dreieck vor der Ars Goetia?

Ja, in früheren oder zeitgleichen Beschwörungstexten.

Reginald Scot veröffentlicht 1584 in The Discoverie of Witchcraft mehrere magische Texte, die er in kritischer Absicht wiedergibt. Eine dieser Passagen erklärt, dass das Dreieck in bestimmten Beschwörungen dazu dient, einen Geist durch die Kraft der Namen der Heiligen Dreifaltigkeit dazu zu zwingen, die Wahrheit zu sagen.

Diese Begründung ist nicht identisch mit der des Lemegeton, zeigt aber, dass die dreieckige Figur in der englischen Evokationsmagie des späten 16. Jahrhunderts bereits eine Rolle spielte.

Die genaue Genealogie der verschiedenen Zeichnungen bleibt komplex: Die Kompilatoren kopierten, kombinierten und passten Materialien aus älteren Manuskripten an.

Stellt das Kunstdreieck die Heilige Dreifaltigkeit dar?

In manchen Texten ist die trinitarische Deutung ausdrücklich.

Die von Reginald Scot wiedergegebene Passage ruft ausdrücklich die Namen der Heiligen Dreifaltigkeit an, um den durch das Dreieck ausgeübten Zwang zu erklären.

Man darf diese Erklärung jedoch nicht in einen Universalschlüssel verwandeln. Das goetische Dreieck trägt weitere göttliche und engelsgleiche Namen, und die Dreiecke der Alchemie oder der Elementarmagie folgen anderen Konventionen.

Die Zahl Drei besitzt im Christentum, im Neuplatonismus, in der Alchemie und in zahlreichen religiösen Systemen einen außerordentlichen symbolischen Reichtum. Das bedeutet nicht, dass alle dreieckigen Figuren denselben Ursprung oder dieselbe Funktion haben.

Ist die Zahl Drei „die Zahl Saturns“?

Nicht universell.

In manchen okkulten Entsprechungstabellen kann Saturn mit bestimmten Zahlen verbunden sein, aber es gibt keine allgemeine Regel, die das Dreieck zu einer saturnischen Figur macht, weil es drei Seiten besitzt.

In der planetaren Magie der Renaissance ordnen magische Quadrate Saturn beispielsweise ein Quadrat zu 3 × 3. Diese numerische Zuordnung bedeutet nicht, dass „jedes Dreieck saturnisch ist“.

Die rituelle Geometrie sollte in ihrem jeweiligen Kontext untersucht werden, statt Entsprechungen aus verschiedenen Systemen einfach zusammenzuzählen.

Sind Invokation und Evokation tatsächlich zwei entgegengesetzte Vorgänge?

Die Unterscheidung ist nützlich, aber moderner und flexibler, als manchmal behauptet wird.

Im zeitgenössischen zeremoniellen Okkultismus bezeichnet man gewöhnlich als Invokation das Herbeirufen einer Macht in den Raum des Rituals oder in den Praktizierenden, während die Evokation das Herbeirufen eines Geistes bezeichnet, damit er äußerlich erscheint.

Diese Gegenüberstellung hilft, die Rolle des Dreiecks der Kunst zu verstehen: In der Goetie wird der Geist dazu aufgerufen, an einem vom Kreis getrennten Ort zu erscheinen.

Die alten Grimoires verwenden die Begriffe jedoch nicht immer mit dieser Strenge. Die lateinischen und volkssprachlichen Verben für anrufen, rufen, beschwören oder evozieren können sich überschneiden.

Daher sollte man die Unterscheidung zwischen Invokation und Evokation eher als praktisches Vokabelwerkzeug betrachten und nicht als terminologisches Gesetz, das für alle Manuskripte gilt.

„Sperrt“ das Dreieck der Kunst den Geist physisch „ein“?

Das Vokabular der Grimoires beschreibt rituellen Zwang: Befehl, Beschwörung, Gehorsam, göttliche Namen und zugewiesener Raum.

Dennoch sollte man die Geometrie nicht in einen physikalisch überprüfbaren Mechanismus verwandeln. Das Dreieck ist kein „Energiekäfig“, dessen Widerstand gemessen werden könnte.

Im religiösen und magischen System des Textes ergibt sich seine Wirksamkeit aus dem Zusammenspiel von göttlichen Namen, salomonischer Autorität, Kreis, Gebeten, Siegeln, Beschwörungen und der Entlassungsformel.

Die alleinige Dreiecksform herauszulösen und ihr automatisch eine bannende Kraft zuzuschreiben, bedeutet, das Objekt aus seinem Kontext zu lösen.

Welche Namen erscheinen auf dem Dreieck der Ars Goetia?

Die Manuskripte weisen mehrere Schreibvarianten auf, doch gewöhnlich umgeben drei Namen das Dreieck: Anephezeton, Tetragrammaton und Primeumaton. In der Mitte steht Michael.

Tetragrammaton verweist auf den göttlichen Namen aus vier Buchstaben, YHWH, in einer in der europäischen christlichen und kabbalistischen Magie sehr verbreiteten latinisierten Form.

Michael ist der Erzengel Michael, eine Autoritäts- und Figur des geistlichen Kampfes im Christentum.

Die anderen Formen sind schwieriger zu erklären und weisen wechselnde Schreibweisen auf. Ihre eigene Undurchsichtigkeit ist Teil der Überlieferung der Machtworte in den Grimoires.

Um dieses Phänomen umfassender zu verstehen, siehe Die Schlüssel Salomos verstehen.

Soll das Siegel des Geistes in der Mitte des Dreiecks platziert werden?

Diese Geste kommt in einigen modernen Praktiken vor, sollte aber nicht als universelle Anweisung der Ars Goetia vorgeschrieben werden.

Der Text des Dreiecks beschreibt die Figur, ihre Entfernung, ihre Ausrichtung und die darin eingetragenen Namen. Die Siegel der Geister gehören zur goetischen Ritualausrüstung, doch ihre Verwendung variiert je nach Manuskripten, Ausgaben und modernen Schulen.

Der Katalog der 72 Geister der Ars Goetia zeigt, wie deutlich die einzelnen Siegel bereits ein von der allgemeinen Geometrie des Kreises und des Dreiecks getrenntes System bilden.

Muss das Dreieck mit Kreide oder Salz gezeichnet werden?

Das Lemegeton gibt die Maße und die Anordnung vor, macht Kreide oder Salz jedoch nicht zu universell vorgeschriebenen Materialien.

Die Methoden zum Ziehen variieren je nach Texten und zeitgenössischen Praktiken: Zeichnung auf dem Boden, dauerhaftes Tuch, Tafel, Stoff oder eine im Voraus vorbereitete Figur.

Salz kann in bestimmten Ritualen eine eigene reinigende Funktion haben, aber das bedeutet nicht, dass das Dreieck Salomos historisch aus Salz bestehen müsse.

Zur tatsächlichen Stellung des Salzes in magischen Traditionen siehe Salze in der Magie: Arten, Verwendungen und Rituale.

Muss die „Energie“ des Dreiecks vor jedem Ritual „reaktiviert“ werden?

Es gibt keine historische, universell formulierte Regel in dieser Hinsicht.

Ein dauerhaftes Ritualinstrument kann je nach der befolgten Tradition vor der Operation geweiht, überprüft oder rituell vorbereitet werden. Der Ausdruck „energetisches Aufladen des Dreiecks“ gehört vor allem zu zeitgenössischen esoterischen Praktiken.

In den Grimoires liegt der Schwerpunkt eher auf der korrekten Vorbereitung der Figuren, den eingetragenen Namen, den Gebeten, den Beschwörungen und den Bedingungen der Operation.

Hat das Dreieck auch eine elementare Bedeutung?

Ja, aber in einem anderen symbolischen System.

In der Alchemie und der westlichen grafischen Tradition kann ein nach oben weisendes Dreieck das Feuer bezeichnen, während ein nach unten weisendes Dreieck das Wasser bezeichnen kann. Ein Querbalken ermöglicht es, Luft und Erde in den zu klassischen gewordenen Elementenzeichen zu unterscheiden.

Diese Zeichen sind nicht das Dreieck der Kunst der Goëtie. Sie verwenden lediglich dieselbe Geometrie.

Unser Artikel Woher stammen die vier Elemente der westlichen Magie? zeichnet diese Geschichte gesondert nach.

Und das Dreieck in der Alchemie?

Die Alchemie verwendet eine große Zahl von Dreiecken in ihren Symbolen, Schemata und Darstellungen des Feuers oder der Elemente.

Ein Dreieck kann auch in Kompositionen vorkommen, die drei Prinzipien, drei Vorgänge oder drei Ebenen einer Kosmologie ausdrücken. Nichts davon beweist eine Identität mit dem goetischen Dreieck.

Die Falle besteht darin, von der Form - drei Seiten - auszugehen und dann alles miteinander zu verschmelzen, was ihr ähnelt. Die Geschichte des Okkultismus verlangt dagegen, den Texten, den Daten und den Verwendungsweisen zu folgen.

Ist das Dreieck ein universelles Symbol der Schöpfung?

Triaden finden sich in zahlreichen Religionen und Philosophien: die christliche Dreifaltigkeit, bestimmte hinduistische Triaden sowie die drei Prinzipien alchemistischer oder philosophischer Systeme.

Doch diese Ähnlichkeiten erlauben nicht die Behauptung, dass sich hinter allen Traditionen ein einziges „ursprüngliches Dreieck“ verberge.

Vergleichen kann interessant sein; gleichzusetzen ist deutlich riskanter.

Das westliche Dreieck der Kunst gehört zu einer spezifischen Geschichte der christlichen Beschwörungsmagie und der salomonischen Tradition. Diese Geschichte erklärt seine Präsenz in der Goëtie, nicht eine universelle Theorie aller Religionen.

Warum befindet sich das Dreieck der Goëtie außerhalb?

Weil das Ritual zwei unterschiedliche Positionen anordnet.

Der Praktizierende befindet sich in einem Raum, der durch göttliche Namen definiert ist. Der Erscheinungsort ist abgetrennt und dem Geist zugewiesen. Diese Struktur macht die Hierarchie sichtbar, die das Grimoire durchsetzen will: Die göttliche Autorität schützt und autorisiert den Praktizierenden, während der Geist in einen bestimmten Bereich gerufen wird.

Diese Anordnung ist daher ebenso theologisch wie geometrisch.

Der Text ist kein Handbuch zur „Manipulation neutraler Energien“. Er gehört zu einer christlichen Magie, in der die Namen Gottes und die Autorität Salomons eine zentrale Rolle spielen.

Ist das Dreieck der Kunst in der Goëtie unverzichtbar?

In der rituellen Form, die in der Ars Goetia beschrieben wird, ist es Teil der vom Text vorgesehenen Anordnung.

Zu behaupten, es sei für jede Magie unverzichtbar, entbehrt hingegen jeder historischen Grundlage.

Ein Weiheritus, eine astrologische Operation, ein talismanisches Gebet, eine Wahrsagepraxis oder ein neopaganisches Ritual kann durchaus ohne ein Erscheinungsdreieck auskommen.

Die richtige Frage lautet also nicht „Braucht man immer ein Dreieck?“, sondern „Sieht der Text oder die Tradition, der ich folge, eines vor, und welche Funktion hat es?“

Das Dreieck der Kunst und die moderne Magie

Okkultisten des 19. und 20. Jahrhunderts verbreiteten das goetische Bild von Kreis und Dreieck maßgeblich. Die 1904 veröffentlichte Ausgabe von S. L. MacGregor Mathers und Aleister Crowley spielte bei dieser Popularisierung eine erhebliche Rolle.

Von da an taucht das Dreieck in Handbüchern der zeremoniellen Magie, in Reproduktionen von Grimoires, in der populären okkultistischen Kultur und in jüngerer Zeit auch in Spielen, Filmen und Illustrationen auf, die von der Dämonologie inspiriert sind.

Seine Silhouette ist so vertraut geworden, dass sie manchmal als allgemeines Symbol für „Summoning“ verwendet wird. Historisch gesehen ist sie jedoch viel spezifischer: Sie gehört vor allem zu einer bestimmten Art salomonischer Beschwörung.

Was man über das Magische Dreieck wissen sollte

Das Dreieck der Kunst ist weder ein universelles Portal noch eine für jedes Ritual notwendige Figur. Es ist ein zeremonielles Werkzeug, dessen bekannteste Form aus der Tradition des Lemegeton und der Ars Goetia stammt.

In diesem System definiert der Kreis den Platz des Praktizierenden und das Dreieck den Ort der Erscheinung. Das Dreieck trägt heilige Namen, wird außerhalb des Kreises platziert und entsprechend der dem Geist zugewiesenen Richtung ausgerichtet.

Andere Grimoires verwenden andere Konfigurationen. Andere Traditionen geben dem Dreieck andere Bedeutungen. Gerade diese Vielfalt gilt es zu bewahren, damit ein bestimmtes goetisches Werkzeug nicht in ein universelles Symbol der gesamten westlichen Magie verwandelt wird.

Um diese Lektüre zu vertiefen, lesen Sie Wie die Goëtie zur Kunst der 72 Geister wurde, Wer sind die 72 Geister der Ars Goetia?, Warum bezeichnen Pentakel und Pentagramm nicht dasselbe? und Was versteht man wirklich unter Hoher Magie?.

Quellen und Orientierung

Zur Transkription des Lemegeton und den handschriftlichen Varianten des Dreiecks der Kunst: Joseph H. Peterson, Lemegeton, Part 1: Goetia, eine Transkription, die hauptsächlich auf British Library Sloane MS 3825 basiert und mit mehreren anderen Manuskripten verglichen wurde.

Zum Manuskript Sloane 3648: British Library Archives and Manuscripts Catalogue, das in diesem Band eine Version des Lesser Key of Solomon verzeichnet.

Für ein gedrucktes Zeugnis vom Ende des 16. Jahrhunderts über Kreis und Dreieck bei der Beschwörung: Reginald Scot, The Discoverie of Witchcraft, Buch 16, 1584.

Für den Schlüssel Salomos und die Konstruktion des Kreises in einem anderen Zweig der salomonischen Tradition: herausgegeben von S. L. MacGregor Mathers, The Key of Solomon.

Für eine andere Konfiguration im Grand Grimoire: Le Grand Grimoire, Kapitel IV.

Titelbild: Kreis und Dreieck Salomos im Manuskript British Library Sloane 3648, 17. Jahrhundert, gemeinfreie Reproduktion verfügbar auf Wikimedia Commons.

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