Direkt zum Inhalt
AeternumAeternum
0
Alraunenwurzel
Racine de Mandragore

Botanisches Grimoire

Alraunenwurzel

4 Min. Lesezeit

Eine Mandragora-Wurzel gelangt nicht wie ein gewöhnliches Kraut in eine Sammlung. Ihre Silhouette kann an einen Körper erinnern, doch sie kann auch geschnitzt, zusammengesetzt oder durch eine Bryonia-Wurzel ersetzt worden sein. Vor jeder magischen Handlung steht daher die Untersuchung: Welche Pflanze, welche Herkunft, welche Vorbereitung und welche Geschichte befinden sich tatsächlich in dem Beutel?

Dieses Datenblatt ergänzt das der ganzen Pflanze gewidmete Blatt. Es folgt der Wurzel als Objekt: medizinische Substanz der Antike, Gestalt der Kräuterbücher, als Alraune bezeichnetes Amulett, nachgeahmte Handelsware und Sammlungsstück. Das Geheimnis liegt ebenso in ihrem Weg wie in ihrer Form.

Die Mandragora enthält giftige Tropanalkaloide. Eine getrocknete Wurzel wird dadurch nicht essbar und darf nicht verbrannt werden. Das Produkt Aeternum bleibt verschlossen, gekennzeichnet und getrennt von Lebensmitteln, Getränken, Räucherwerk und der Haut.

Eine Wurzel, ein Name und eine Herkunft

Der erwartete botanische Name ist Mandragora officinarum L., ein mediterranes Nachtschattengewächs mit einer Blattrosette, violetten Blüten und gelben Früchten. Ihre Pfahlwurzel kann sich teilen und Gliedmaßen andeuten.

Kew bestätigt die Art und gibt ihre Verbreitung sowie ihre Synonyme an. Kew, Mandragora officinarum.

Eine unter dem Namen Mandragora verkaufte Wurzel muss ihr Etikett, ihre Chargennummer, ihren Lieferanten und ihr Datum behalten. Die menschliche Form beweist nichts: Ein Stück kann von Natur aus gegabelt, nachgeschnitzt oder von einer anderen Art stammen.

Der Pflanzenkörper in den Manuskripten

Mittelalterliche Kräuterbücher stellen die Mandragora als Mann oder Frau dar, deren Blätter aus dem Kopf sprießen. Die Zeichnung macht die Lehre von der Signaturenähnlichkeit sichtbar: Die Wurzel ähnelt einem Körper und erhält daher eine Wirkung auf den Körper, die Fruchtbarkeit und das Verlangen.

Die British Library bewahrt mehrere Darstellungen der Entnahme mithilfe eines Hundes auf, mit Horn, Seil und einer Person, die sich vor dem Schrei schützt. British Library, eine Mandragora in den Manuskripten ernten.

Der Schrei verwandelt das Herausreißen in ein moralisches Drama. Die Pflanze lässt sich nicht besitzen, ohne dass ein Lebewesen den Preis dafür zahlt. Der Leser kann darin eine Warnung vor dem Entnehmen, dem Handel und grenzenloser Neugier sehen.

Zaunrübe, Skulptur und falsche Mandragora

Seit der Renaissance prangern Kräuterkundige die Herstellung falscher Mandragoren aus Zaunrüben an. Die Wurzel wird zu einer menschlichen Gestalt geschnitzt, durchbohrt und anschließend wieder eingepflanzt, damit junge Triebe Haare imitieren.

Folkard versammelt diese Erzählungen von verkauften, bekleideten und als Talismane aufbewahrten Wurzeln. Richard Folkard, « Mandrake ». Die Geschichte zeigt, dass ein magischer Gegenstand einen Ruf erwerben kann, selbst wenn seine botanische Identität falsch ist.

Die Herkunft ist ein Teil des Rituals. Die Materie zu benennen und die Spuren ihres Weges zu bewahren, schützt den Gegenstand vor der Lüge, die ihren Handel jahrhundertelang begleitet hat.

Die Alraune in ihrer Schachtel

In den germanischen Ländern ist die Alraune eine menschenähnlich dargestellte Wurzel, die als Hausgeist oder Haustalisman aufbewahrt wird. Man kleidet sie an, wäscht sie zu festgelegten Zeiten, bewahrt sie in einer Schachtel auf und vertraut ihr Geld, Fragen oder den Schutz des Hauses an.

In Frankreich beschreiben Erzählungen über die Hand des Ruhms oder die Mandragora Gegenstände, die genährt, befragt und weitergegeben werden. Die Varianten überschneiden sich mit Wurzeln, die aus dem Blut oder Samen eines Gehängten entstanden sein sollen – ein Bild, das die Pflanze mit dem Galgen und verbotenen Reichtümern verbindet.

Arabische Quellen zur sīmiyāʾ erzählen eine andere Geschichte der Mandragora, in Form von Talismanen und Verfahren der natürlichen Magie. Studie zur Mandragora in der sīmiyāʾ. Diese Traditionen dürfen nicht zu einem einzigen Rezept verschmolzen werden.

Den Behälter weihen, nicht die Wurzel

Legen Sie den Beutel ungeöffnet in eine stabile, ausschließlich für diesen Gegenstand bestimmte Schachtel. Kleben Sie an die Innenseite des Deckels ein Datenblatt mit dem botanischen Namen, der Herkunft, dem Datum, der Giftigkeit und den konsultierten Quellen.

Fertigen Sie ein Miniaturkleidungsstück aus Papier oder Stoff an und legen Sie es neben den Beutel, niemals um die Wurzel. Fügen Sie eine schriftliche Frage hinzu und schließen Sie anschließend die Schachtel. Öffnen Sie sie im nächsten Monat nur, um die Frage erneut zu lesen und Ihre Antwort aufzuschreiben.

Die Weihe bezieht sich auf die Schachtel, das Inventar und die Verpflichtung zur Verwahrung. Sie erfordert weder Öl noch Wasser, Rauch oder Kontakt mit dem Produkt. Die Wurzel bleibt durch ihre Verpackung sichtbar und räumlich getrennt.

Historische Entsprechungen

Referenz Entsprechung
Erwarteter botanischer Name Mandragora officinarum L.
Objekt Trockene, natürliche, geschnitzte oder ersetzte Wurzel
Darstellungen Pflanzenkörper, extrahierender Hund, Alraune und Gehängter
Kontexte Mittelalterliche Kräuterbücher, germanische Hausmagie und sīmiyāʾ
Magische Bereiche Orakel, Hausschutz, Fruchtbarkeit, Reichtum und Herkunft
Sichere Form Verschlossener Beutel, etikettierte Schachtel und doppeltes Papier
Warenkorb 0

Ihr Warenkorb wartet auf Sie.

Beginn mit dem Einkauf
Zahlung in 3/4 Raten ohne Gebühren