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Tränen des Hiob
Larmes de Job

Botanisches Grimoire

Tränen des Hiob

5 Min. Lesezeit

Die Tränen Hiobs sind keine im Buch Hiob wiedergefundenen biblischen Samen. Es handelt sich um die harten und glänzenden Hüllblätter von Coix lacryma-jobi, einem asiatischen Gras, dessen Form an eine Träne erinnert und dessen natürliche Öffnung das Auffädeln ermöglicht. In einem etwa zweitausend Jahre alten Friedhof in Xinjiang entdeckte Halsketten belegen diese Verwendung pflanzlicher Perlen. Der europäische Name brachte die Pflanze später mit den Tränen des geprüften Gerechten und mit Gebetsgegenständen in Verbindung.

Die Träne Hiobs ist Coix lacryma-jobi L., eine große tropische Poaceae, die mit anderen kultivierten Gräsern verwandt ist. Der als Perle verwendete harte Gegenstand ist ein Hüllblatt, also ein umgewandeltes Tragblatt, das den weiblichen Teil des Blütenstands und die Frucht umgibt.

Die Pflanze vereint somit drei Fäden: eine von Natur aus auffädelbare Architektur, eine archäologische Geschichte des Schmuckstücks und einen durch Analogie entstandenen biblischen Namen. Dieses Datenblatt verwebt sie, ohne Schutz, Heilung von Kummer oder die Erfüllung einer bestimmten Anzahl von Wünschen zu garantieren. Die Praxis zählt Schritte auf einer Zeichnung; handelsübliche Körner bleiben geschlossen und werden weder eingenommen noch von einem Kind getragen.

Ein zur Perle gewordenes Hüllblatt

Coix lacryma-jobi ist ein robustes Gras mit breiten Blättern. Seine Blütenstände tragen sichtbare männliche Teile und weibliche Teile, die von einem Hüllblatt umgeben sind, das bei der Reife hart wird.

Kew akzeptiert die Art und gibt ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet vom indischen Subkontinent bis nach Taiwan und zur Malaiischen Halbinsel an. Das Hüllblatt kann weiß, grau oder bläulich, knochenartig und glänzend sein. Kew, Coix lacryma-jobi.

In der reifen Struktur befinden sich zwei Öffnungen, die das Durchführen eines Fadens erleichtern. Der Gegenstand sieht wie eine vorbereitete Perle aus, stammt jedoch direkt aus dem Blütenstand.

Diese Architektur unterstützt eine Zähl- und Verbindungsmagie. Jede Einheit bewahrt ihre Form, doch der Faden gibt ihr einen Platz in einer größeren Reihe.

Die Halsketten des Friedhofs von Sampula

Archäobotaniker untersuchten Überreste von Coix lacryma-jobi aus dem Friedhof von Sampula in Xinjiang. Der Kontext ist etwa zweitausend Jahre alt.

Drei Halskettenensembles enthielten Hüllblätter von Hiobstränen und Glasperlen. Eine der Halsketten befand sich noch am Hals einer bestatteten Person. Archäobotanische Studie zu Hiobstränen in Sampula.

Der Fund belegt eine dauerhafte ornamentale Verwendung und stellt die Pflanzenperle in einen Bestattungskontext. Die Forschenden untersuchen außerdem einen möglichen Zusammenhang mit der buddhistischen Kultur der Region.

Der Faden überdauert in der Anordnung der Perlen. Selbst wenn das organische Material verschwindet, bewahrt die Anordnung der Hüllblätter die Spur einer Handlung, eines Körpers und einer Gemeinschaft.

Der Name Hiobs und die Tränen der Prüfung

Das biblische Buch Hiob nennt Coix lacryma-jobi nicht. Es erzählt von der Prüfung eines Mannes, der Besitz, Kinder und Gesundheit verliert und anschließend mit Angehörigen debattiert, deren Worte seinen Schmerz noch vergrößern.

In Hiob 16 ist sein Gesicht vom Weinen gerötet, und seine Augen vergießen Tränen vor Gott, während er Gerechtigkeit fordert. Hiob 16, Tränen und der Ruf nach einem Zeugen.

Der Name der Pflanze bringt später die Form des Hüllblatts mit diesen Tränen in Verbindung. Er schafft eine christliche oder biblische Lesart eines aus Asien stammenden Grases.

Die Magie des Namens wirkt auf Ausdauer, die formulierte Klage und das Bedürfnis nach einem Zeugen ein. Sie macht Hiob nicht zu einer Pflanzengottheit und verwandelt die Perle nicht in ein Siegesversprechen.

Halsketten, Armbänder und Gebetsperlen

Die Härte und der natürliche Durchgang des Fadens führten dazu, dass mehrere Gemeinschaften die Hüllblätter für Halsketten, Armbänder, Kleidung und Gebetsperlen verwendeten. Jeder Gegenstand erhält seine Bedeutung durch die Gruppe, die ihn herstellt, und durch den Gebrauch, der ihn begleitet.

Das British Museum bewahrt ein Iban-Kinderarmband aus dem 19. Jahrhundert auf, das aus in der Region des Baram-Flusses in Malaysia angebauten Coix-Samen gefertigt wurde. British Museum, Iban-Coix-Armband.

Das Muséum national d’Histoire naturelle stellt auch Halsketten aus Hiobstränen aus, die mit Fischschuppen verbunden sind, und weist darauf hin, dass pflanzliche Halsketten zur Zierde, bei Festen oder bei Ritualen dienen können. MNHN, Samenkorn-Halsketten und rituelle Verwendungen.

Dasselbe Material hat daher keine weltweit festgelegte Bedeutung. Der Faden, die Anzahl, benachbarte Materialien und die Person, die den Gegenstand erhält, bestimmen gemeinsam seine Funktion.

Einen Faden der Beschwerde und Antwort ziehen

Zeichnen Sie zehn Formen von Hiobstränen auf einer Linie. Benennen Sie in den ersten drei die Tatsachen, die den Schmerz verursachen, ohne sie in ein Urteil über sich selbst zu verwandeln.

Schreiben Sie in die nächsten drei Formen mögliche Zeugen: eine Person, einen Dienst, eine Gemeinschaft oder einen Text, der die Beschwerde entgegennehmen kann.

Reservieren Sie drei Formen für bereits verfügbare konkrete Antworten. Platzieren Sie in der letzten die noch offene Frage und das Datum ihrer nächsten Lesung.

Ziehen Sie einen durchgehenden Faden durch die zehn Formen. Legen Sie den verschlossenen Beutel links neben die Seite. Lesen Sie den folgenden Text leise vor und übermitteln Sie anschließend mindestens eine Bitte an den genannten Zeugen, anstatt den gesamten Faden schweigend zu halten.

Historische Entsprechungen

Anhaltspunkt Entsprechung
Botanischer Name Coix lacryma-jobi L.
Familie Poaceae
Art des „Samens“ Harte, glänzende und von Natur aus durchbohrte Hülle
Historische Anhaltspunkte Sampula-Halsketten und Museumsobjekte
Magische Bereiche Zählen, Beschwerde, Zeugnis, Ausdauer und Erinnerung
Sichere Form Gezogener Faden in zehn Formen
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