Die blauen Borretschblüten begleiteten lange die Freude, die man dem Herzen zurückgeben möchte. Ein lateinisches Motto lässt ihn sprechen: Ego borago gaudia semper ago, „Ich, Borretsch, bringe immer Freude“. Alte Kräuterbücher zählen ihn zu den herzerfreuenden Pflanzen, und Astrologen stellen ihn unter Jupiter.
Sein magisches Register wurzelt im Festmahl, im Mut und in der Aufhellung der Stimmung. Im vormodernen Europa wurden dem Wein Blüten zugesetzt, um die Traurigkeit zu vertreiben. Plinius schrieb ihm den Namen Euphrosynum zu, der auf der Vorstellung von Freude beruht. Die Pflanze spricht daher weniger von grenzenloser Euphorie als von der Rückkehr zu Gesellschaft und Gespräch nach der Niedergeschlagenheit.
Diese historischen Anwendungen rechtfertigen kein heutiges rituelles Getränk. Borretsch kann für die Leber giftige Pyrrolizidinalkaloide enthalten. Sein Platz im Grimoire wird ein äußerer sein: dargestellte Blüte, blauer Stern, aufgeschriebenes Motto und eine joviale Geste der Gastfreundschaft.
Der blaue Stern und der raue Stängel
Der Echte Borretsch, Borago officinalis L., gehört zu den Boraginaceae. Sein Stängel und seine großen Blätter sind mit steifen Haaren bedeckt. Die fünfblättrigen Blüten bilden blaue, zum Boden geneigte Sterne um einen dunklen Staubblattkegel.
Kew führt ihn als in West- und Mittelmeerraum heimisch auf. Er wurde in zahlreichen Regionen kultiviert und eingebürgert. Die Datenbank verzeichnet kulinarische und medizinische Anwendungen sowie eine Verwendung als Gift: Diese historischen Kategorien stellen keine Sicherheitsbewertung für eine Pflanze dar, die zu rituellen Zwecken verkauft wird. Kew, Borago officinalis.
Die sternförmige Blüte und die raue Oberfläche verleihen dem Borretsch zwei Gesichter. Dem Auge zeigt er ein klares Blau, doch bei der Berührung stellt er sich mit einer wehrhaften Oberfläche entgegen. Diese Verbindung passt zu seinem alten Wirkungsbereich: das Herz aufzurichten, ohne die durchstandene Prüfung auszulöschen.
Die Pflanze, die Freude bringt
Richard Folkard zählt den Borretsch neben der Rose, dem Veilchen und der Ochsenzunge zu den vier „herzerfreuenden Blumen“. Diese Pflanzen wurden in der vormodernen Medizin mit dem Herzen und der Fähigkeit verbunden, die Stimmung wieder aufzuhellen. Der Borretsch trug ein Motto, das ihn in der ersten Person sprechen ließ: Ego borago gaudia semper ago.
Plinius soll ihm den Namen Euphrosynum gegeben haben, der mit Freude verbunden ist. Blätter und Blüten wurden gegen Traurigkeit und Melancholie in den Wein gegeben. Richard Folkard, Plant Lore, Legends, and Lyrics, „Borage“. Der Kelch vereinte Pflanze, lateinisches Wort und Geselligkeit in einer einzigen Handlung.
Die Magie des Borretschs liegt in dieser Rückkehr in die gemeinsame Welt. Sie begleitet den Moment, in dem eine Person wieder am Tisch Platz nimmt, eine Stimme wiederfindet und bereit ist, das Belastende zu teilen. Sein Mut ist relational: Er entsteht aus Verbundenheit und Gastfreundschaft.
Das Jupiter-Herzstärkungsmittel
Die von Folkard zitierten Astrologen machen Borretsch zu einem Jupiter-Herzstärkungsmittel. Der Planet regiert Ausdehnung, Großzügigkeit, gesellschaftliche Würde, das Festmahl und das Vertrauen in die Zukunft. Die blaue Blüte fügt sich durch ihren heiteren Ruf und den alten Brauch des gemeinsamen Kelchs in diesen Bereich ein.
Culpeper ordnet Borretsch in seinem medizinischen System ebenfalls Jupiter zu. Seine Ausführungen gehören zur Humoralphysiologie seiner Zeit, doch die planetare Zuordnung bleibt eindeutig. Die Pflanze eignet sich somit für den Donnerstag, den Empfang eines Gastes, die Wiederaufnahme eines gemeinsamen Projekts und vor Zeugen gesprochene Worte der Unterstützung. Nicholas Culpeper, The Complete Herbal, „Borrage and Bugloss“.
Der Mut, wieder am Tisch Platz zu nehmen. Borretsch verspricht nicht, den Schmerz auszulöschen. Er kennzeichnet die Bewegung, durch die das Herz wieder genügend Raum findet, um zu sprechen, zu empfangen und zu handeln.
Der Kelch, das Motto und das Wort
In einer historischen Praxis trug der Wein die herzstärkende Tugend der Pflanze. Heute kann der Kelch leer bleiben oder ein Getränk ohne Pflanze enthalten. Die Borretschpflanze wird daneben dargestellt – als Illustration, künstliche Blume oder Fotografie. Diese Trennung bewahrt das Symbol und beseitigt das Risiko des Verschluckens.
Das lateinische Motto kann unter dem Kelch eingetragen und anschließend laut übersetzt werden. Die magische Bedeutung liegt in der Verkörperung des Satzes: Die Pflanze ergreift das Wort und verkündet die Freude, die sie bringt. Anschließend ein eigenes Motto zu schreiben, verwandelt den Lesenden in einen Teilnehmenden des Rituals.
Das Blau der Blüte kann während einer seelischen Genesungsphase auch als Erkennungszeichen dienen. Ein blaues Band am Handgelenk oder um ein Notizbuch erinnert an die eingegangene Verpflichtung: um Hilfe zu bitten, auf eine Einladung zu antworten oder zu einem unterbrochenen Werk zurückzukehren.
Den Tisch mit Borretsch wieder öffnen
Stellen Sie an einem Donnerstag ein Bild von Borretsch in die Mitte eines Tisches und entzünden Sie eine Kerze in sicherem Abstand zum Papier. Nennen Sie drei Formen der Unterstützung, die bereits in Ihrem Leben vorhanden sind, und anschließend einen Platz, den Sie bereit sind, wieder einzunehmen. Teilen Sie danach eine gewöhnliche Mahlzeit, ohne rituelle Pflanzen zu den Lebensmitteln hinzuzufügen.
Um ein gemeinsames Projekt zu unterstützen, schreiben Sie die Devise Ego borago gaudia semper ago auf die erste Seite des gemeinsamen Notizbuchs. Jede teilnehmende Person fügt einen Satz darüber hinzu, was sie der Gruppe anbieten kann. Die Handlung gibt Jupiter eine konkrete Form: Großzügigkeit, Rahmen und gemeinsames Vertrauen.
Eine in einem Medaillon eingeschlossene Trockenblume kann eine schwierige Ansprache begleiten. Sie beseitigt weder Angst noch Trauer; sie erinnert an die Entscheidung, präsent zu bleiben und sich an andere zu wenden. Nach der Prüfung kehrt das Medaillon neben den leeren Kelch oder das Notizbuch zurück.
Historische Entsprechungen
| Orientierungspunkt | Entsprechung |
|---|---|
| Botanischer Name | Borago officinalis L. |
| Devise | Ego borago gaudia semper ago — Borretsch bringt Freude |
| Planet | Jupiter, bei Culpeper und den von Folkard zitierten Astrologen |
| Zuordnungen | Herzpflanzen, Festmahl, gemeinsamer Kelch, unterstützendes Wort |
| Magische Bereiche | Mut, Rückkehr zur Gemeinschaft, Gastfreundschaft, Vertrauen, Großzügigkeit |
| Sichere rituelle Formen | Bild, Devise, blaues Band, eingeschlossene Blume; kein Getränk aus rituellem Pflanzenmaterial |









































