Pape Léon

Léon III war von 795 bis zu seinem Tod im Jahr 816 Papst der katholischen Kirche. Geboren um 750 in Rom, wurde er gewählt, um Adrien I. nachzufolgen, in einer Zeit tiefgreifender politischer und religiöser Veränderungen im Westen. Sein Pontifikat ist vor allem dafür bekannt, dass er Karl den Großen am 25. Dezember 800 zum Kaiser des Westens krönte und damit das später als Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation bezeichnete Reich begründete. Diese symbolische Geste besiegelte das Bündnis zwischen Kirche und kaiserlicher Macht.

Obwohl sein Name mit mehreren populären Andachts- und magischen Texten verbunden ist – insbesondere dem Enchiridion du Pape Léon – ist er historisch nicht deren Verfasser. Dieses Enchiridion ist ein im 17. Jahrhundert erschienenes Grimoire, das Léon III zugeschrieben wird, um ihm Autorität und Legitimität zu verleihen. Das Werk verbindet christliche Gebete, Psalmen, Fürbitten und Schutzfiguren und wurde weit verbreitet in Form kleiner Sammlungen zur spirituellen Schutzanwendung herausgegeben.