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Das göttliche Dreieck

Pantakel des Abbé Julio

Das göttliche Dreieck

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Das göttliche Dreieck

Le Triangle divin — pantacle de l’abbé Julio, gravure originale de 1908

Originalfarben und Schriftzeichen · 360 dpi

5 Min. Lesezeit
Le Triangle divin — pantacle de l’abbé Julio, gravure originale de 1908

Das göttliche Dreieck des Abbé Julio gehört zu den christlichen Schutzfiguren, die eine geometrische Form, einen göttlichen Namen und ein Gebetswort miteinander verbinden. Seine scheinbare Einfachheit verdient eine aufmerksame Betrachtung: Die Figur ist kein beliebiges Dreieck, und der in ihrer Mitte eingetragene Name ist kein Schmuck. In Julios Sprache verweist das Bild auf die Dreifaltigkeit und stellt den Betenden unter den Schutz des Herrn.

Dieses Pantakel erscheint in Le Livre secret des grands exorcismes et bénédictions, das 1908 in Vincennes veröffentlicht wurde. Um seine Funktion zu verstehen, müssen die Zeichnung, die lateinische Inschrift und die in der Erläuterung angegebene Anwendung gemeinsam betrachtet werden. Diese Methode verhindert, mehrere Dreiecke desselben Autors miteinander zu verwechseln, deren Formen sich ähneln, die jedoch nicht genau denselben Absichten dienen.

Die wesentlichen Eckdaten

Tradition Pantakel und Gebete des Abbé Julio, christlicher Okkultismus
Figur Dreieck, Kreis und göttlicher Name IÉVE
Absicht Spiritueller Schutz und Bitte um Segen
Quelle Le Livre secret des grands exorcismes et bénédictions, 1908, Erläuterung Nr. 50

Die Symbolik lesen

Der christliche Wert des Dreiecks liegt in seiner Fähigkeit, drei Seiten in einer unteilbaren Figur darzustellen. Die Gleichheit oder Anordnung der Seiten kann den Blick fesseln, doch Julio lenkt die Betrachtung vor allem auf das trinitarische Geheimnis. Dies ist ein wichtiger Unterschied zu einer ausschließlich geometrischen Auslegung: Hier erhält das Zeichen seine Bedeutung aus der Frömmigkeit und aus der Identifizierung des göttlichen Namens.

Das Dreieck verweist auf die Dreifaltigkeit. Julio identifiziert den Namen in der Mitte mit IÉVE, dem heiligen Namen Gottes. Die Tafel bewahrt ihre ursprünglichen Zeichen, ihren Kreis und ihre ursprünglichen Farben; sie wird zusammen mit der gedruckten Erklärung gelesen, ohne die alten Buchstaben durch eine zeitgenössische Typografie zu ersetzen.

Dominus custodit te

Der Herr behütet dich.

Die Schreibweise IÉVE gehört zu den Übertragungen des heiligen Namens, die im französischsprachigen christlichen Okkultismus anzutreffen sind. Sie sollte im Kontext der alten Ausgabe gelesen werden, ohne sie willkürlich durch ein anderes Wort zu ersetzen oder ihr die Entsprechungen eines fremden Systems zuzuschreiben. Die lateinische Inschrift Dominus custodit te liefert im Übrigen den Schlüssel zur Tafel: Sie beschreibt keine Herrschaft über andere, sondern eine Bitte um Schutz und Bewahrung.

Der die Komposition umgebende Kreis verstärkt visuell die Vorstellung eines geschlossenen und geordneten Ganzen. Die Beziehung zwischen Zentrum, drei Seiten und äußerer Formel lädt dazu ein, die gesamte Gravur zu betrachten, statt ihr zentrales Motiv zu isolieren. Die erhaltenen Farben der alten Ausgabe tragen zu ihrer materiellen Identität bei, auch wenn Julio ihnen keine verbindlichen Entsprechungen zuweist.

Der christliche Kontext des Pantakels

Julien-Ernest Houssay, bekannt unter dem Namen Abbé Julio, versammelt in seinen Werken Gebete, Segen und Figuren aus mehreren Schichten der christlichen Tradition. Seine Arbeit steht in einer religiösen und okkultistischen Strömung, in der das geschriebene Zeichen und das heilige Bild das Gebet fortführen. Das göttliche Dreieck muss in diesem Zusammenhang betrachtet werden und darf nicht als eine von den Segenspraktiken losgelöste Erfindung dargestellt werden.

Das Thema des Gottes, der denjenigen behütet, der ihn anruft, zieht sich insbesondere durch die Dichtung der Psalmen. Die lateinische Formel begleitet die Figur somit mit einem biblischen Wort des Vertrauens. Julio nimmt sie in sein Vokabular der Pantakel auf, indem er die spirituelle Bitte mit einem geweihten materiellen Träger verbindet. Die Geschichte des Zeichens lässt sich daher auf zwei Ebenen lesen: als alte christliche Symbolik und als ihre Anpassung in den gedruckten Sammlungen Julios.

Die zugeschriebenen Wirkungen

Julio stellt die Anwendung dieses Pantakels in die Nähe jener des Dreiecks mit den drei Kreuzen, das er in seinen anderen Werken vorstellt: eine Anrufung von Schutz und Segen. In seinem System hängt die erwartete Wirkung vom Gebet, vom Glauben und vom Segen des Trägers ab. Die Figur allein stellt bei ihm daher kein eigenständiges Rezept dar.

Die Hauptabsicht ist der spirituelle Schutz: um eine helfende Gegenwart im Verlauf einer Schwierigkeit, an einem bestimmten Ort oder im Angesicht einer Prüfung zu bitten. Die Erläuterung präsentiert das Dreieck nicht als Mittel, einen fremden Willen zu zwingen. Bei Julio hängt die angestrebte Wirksamkeit von der religiösen Anrufung ab, die es begleitet. Dadurch unterscheidet sich diese Art von Pantakel deutlich von einer Figur, die als unabhängiger Mechanismus verstanden wird.

Diese allgemeine Ausrichtung bedeutet nicht, dass alle alten Anliegen austauschbar wären. Das Schützende Dreieck derselben Sammlung ist ausdrücklich auf das Zuhause ausgerichtet, während die Heilige Dreifaltigkeit drei Kreuze und deren Anrufung hervorhebt. Das vorliegende göttliche Dreieck bewahrt seine Identität durch seinen zentralen Namen und seine kurze Formel des Schutzes.

Die Anwendung bei Julio

Die praktischen Hinweise des Werks beschreiben Pantakel auf Papier, die durch eine Messe gesegnet und geweiht werden. Das göttliche Dreieck kann daher als Träger eines Schutzgebets betrachtet werden. Julio nennt in dieser Erläuterung weder einen Planetentag noch ein bestimmtes Metall oder eine einzuhaltende Stunde.

Die praktischen Hinweise am Ende des Buches sind wesentlich, um die Auffassung des Autors wiederzugeben. Julio unterscheidet zwischen dem Besitz eines Bildes und einem gesegneten und geweihten Träger, der ein Gebet begleiten soll. Es wäre daher irreführend, die Gravur als einen Gegenstand darzustellen, dessen Wirkung sich allein durch die Zuordnung einer bestimmten Farbe, eines Planeten oder eines Tages verändern ließe.

Bei einer textgetreuen Betrachtung kann man zunächst die Buchstaben identifizieren, die Bedeutung der kurzen lateinischen Formel ermitteln und die Gravur mit ihrer Erläuterung vergleichen. Die Betrachtung des Zeichens steht dann in einer Tradition des Schutzgebets, ohne ein zusätzliches Rezept zu erfinden oder die Angaben zu anderen Pantakeln zu vermischen.

Die Bedeutung des Zeichens verstehen

Die dreieckige Form bringt hier eine Beziehung zwischen der göttlichen Einheit und ihren drei Personen zum Ausdruck. Der heilige Name bündelt die Aufmerksamkeit; die äußere Formel gibt ihr eine klare Richtung. Diese Anordnung macht verständlich, warum der Abbé Julio ebenso sehr auf die Absicht und den Segen wie auf den eigentlichen Umriss besteht.

Um die Betrachtung zu vertiefen, vergleichen Sie dieses Dreieck mit den beiden anderen Figuren der Sammlung, die einen ähnlichen Namen tragen. Die Unterschiede in den Inschriften, im Vorhandensein der Kreuze und in den beschriebenen Anwendungen zeigen, dass Julio keine Reihe austauschbarer Bilder schafft. Jede Figur hat in seiner Gesamtheit von Segnungen ihren bestimmten Platz.

Die Quelle und die Varianten

Dieses göttliche Dreieck unterscheidet sich vom schützenden Dreieck, dessen Erläuterung sich insbesondere auf Wohnstätte und Familie bezieht. Die Sammlung wird für jede dieser Formen ein eigenes Datenblatt und eine eigene Reproduktion bewahren.

Abbé Julio, Le Livre secret des grands exorcismes et bénédictions, zweite Auflage, Vincennes, beim Autor, 1908. Erläuterung und Anwendung Nr. 50, S. 441. Tafel Nr. 2 des dritten Bandes. Die praktischen Hinweise zu gesegneten und geweihten Trägern finden sich auf S. 462–463.

Digitalisierung: Divinity School Library, Duke University / Internet Archive.

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