Wie Sie vielleicht wissen, steckt hinter Aeternum ein kleines Unternehmen mit Sitz in der Bretagne (genauer gesagt im Süden des Finistère). Und es ist allgemein bekannt, dass diese Region im Rhythmus von Legenden, Mythen und mehr oder weniger bekannten magischen Praktiken lebt. Um unser schönes Gebiet ins Rampenlicht zu rücken, werden wir regelmäßig weniger bekannte Legenden aus der bretonischen Geschichte veröffentlichen. Diese Woche entdecken wir die Figur, die mit dem Fall Merlins verbunden ist: Viviane.
Viviane ist eine junge Dame aus dem Wald von Brocéliande. Sie lebt bei einer edlen Dame, vielleicht einer Verwandten, an einem abgelegenen und friedlichen Ort. Eines Tages, als sie allein am Rand eines Brunnens unterwegs ist, trifft sie Merlin, den großen Zauberer von König Artus. Er ist alt, weise, trägt einen groben Mantel, aber seine Augen leuchten mit einem seltsamen Feuer. Er schaut sie an, und in diesem Blick sieht er ihr ganzes Schicksal. Er weiß, dass sie sein Untergang sein wird, und doch liebt er sie von diesem Moment an.
Merlin, obwohl Meister aller Wissenschaften, wird von einer Liebe ergriffen, die er nicht beherrscht. Tag für Tag kehrt er zum Brunnen zurück. Er lehrt Viviane alles, was sie lernen möchte: die Geheimnisse der Pflanzen, die Worte der Alten, die Zeichen am Himmel. Sie hört neugierig zu. Sie lernt schnell. Sehr schnell.

Doch Viviane, trotz der Zuneigung, die sie ihm entgegenbringt, will diese Liebe nicht. Sie will weder Frau noch Geliebte sein. Sie will wissen, die Macht besitzen, sich in einer von Männern beherrschten Welt zu verteidigen. Also fragt sie ihn, wie man einen Mann ohne Mauern oder Ketten einsperren kann. Merlin zögert, gibt dann aber nach. Er offenbart ihr die Kunst, einen Körper in ein Luftgefängnis einzuschließen, gewebt aus neun magischen Kreisen, die niemand brechen kann, außer derjenigen, die sie geknüpft hat.
Eines Tages, an einem geheimen Ort – einer Höhle, einem Brunnen, einem unsichtbaren Palast – zieht Viviane die Kreise, spricht die Worte, und Merlin verschwindet. Er lebt, kann aber nicht mehr hinaus. Er schläft, wacht oder spricht in der Stille.
Viviane tut dies weder aus Hass noch aus Verrat. Sie tut es, um sich zu befreien. Manche sagen, sie besucht ihn manchmal, um seine Stimme zu hören oder still zu weinen. Andere sagen, sie wird zur Dame vom See, Hüterin des Schwertes Excalibur, Beschützerin von Lancelot, Erbin der Zauber.
Sie ist keine Fee im heidnischen Sinne, noch eine Hexe im modernen Sinn. Sie ist eine Schülerin, die ihren Meister übertroffen hat. Eine Frau, die sich weigert, sich dem Verlangen zu unterwerfen. Eine Hüterin des Wissens, zwischen Wald und Wasser.




























































































































