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Das Rede in der Wicca verstehen

Das Rede in der Wicca verstehen

Inhaltsverzeichnis...

1. Die Ursprünge des Wiccan Rede
2. Die ethischen Prinzipien hinter dem Rede

3. Das Rede und die Drei-Regel
4. Das Rede in der magischen Praxis


Im Zentrum der Wicca steht ein grundlegendes ethisches Prinzip, das Wiccan Rede. Zusammengefasst durch den berühmten Satz "An it harm none, do what ye will", ermutigt das Rede die Praktizierenden, nach ihrem Willen zu leben, solange sie niemandem Schaden zufügen. Auf den ersten Blick einfach, ist diese Regel doch tiefgründig und leitet Wiccans in ihren Lebensentscheidungen, sowohl persönlich als auch in der magischen Praxis. Das Wiccan Rede verkörpert das Wesen der Wicca: eine Suche nach Freiheit und Harmonie, ausbalanciert durch die Verantwortung, niemandem zu schaden. Erläuterungen.

1. Die Ursprünge des Wiccan Rede

Das Wort Rede stammt tatsächlich aus dem Altenglischen und bedeutet „Rat“ oder „Anweisung“. In der Wicca wird es nicht als starres Gesetz verstanden, sondern eher als Leitfaden, eine Einladung zum Nachdenken vor dem Handeln. Dieser Ansatz steht im Einklang mit dem freien und individuellen Geist der Wicca, in der jeder Praktizierende ermutigt wird, seinen eigenen Weg zu gehen und dabei grundlegende ethische Werte zu respektieren.

Die Formalisierung des Wiccan Rede in der Wicca geht auf die 1960er Jahre zurück. Besonders unter dem Einfluss von Doreen Valiente, einer Schlüsselfigur der wiccanischen Bewegung, erhielt der berühmte Satz "An it harm none, do what ye will" eine prägnante und leicht erkennbare Form. Inspiriert von Prinzipien der Freiheit und Verantwortung wurde diese Regel in der modernen Wicca als einfacher, aber kraftvoller ethischer Rahmen übernommen.

Das Rede in der Wicca verstehen

Foto: Doreen Valiente Foundation 

Der Satz selbst lässt sich ungefähr ins Deutsche übersetzen mit:

"Wenn es niemandem schadet, tu was du willst"

Elle symbolise un équilibre délicat entre la liberté individuelle et le respect de la non-nocivité. Ce n’est pas seulement un conseil pour la pratique magique, mais une véritable philosophie de vie : chaque action doit être réfléchie en termes de conséquences, et tant que ces actions ne causent pas de tort, elles sont encouragées. Il s'agit d'une règle qui valorise à la fois la responsabilité et l'autonomie, offrant à chacun la liberté d’explorer et de s’épanouir, tout en s’assurant que cet épanouissement ne se fait pas aux dépens des autres.

Bien que ce principe soit résumé en quelques mots, le texte original est un peu plus long dont voici la version rédigée par Doreen Valiente :

Halte dich an das Gesetz, in vollkommener Liebe und vollkommenem Vertrauen.
Du musst leben und leben lassen, fair nehmen und fair geben.

Gehe dreimal um den Kreis, um unerwünschte Geister fernzuhalten.
Um den Zauber jedes Mal gut zu binden, soll der Zauber in Reimen gesprochen werden.

Hell im Blick und sanft im Griff, sprich wenig, höre viel.
Ehre die Alten in Tat und Namen, lass Liebe und Licht wieder unsere Führer sein.

Im Uhrzeigersinn gehst du bei zunehmendem Mond und singst die freudige Melodie.
Gegen den Uhrzeigersinn gehst du, wenn der Mond schwindet und der Werwolf beim Wolfswurz heult.

Wenn der Mond der Herrin neu ist, küsse ihre Hand zweimal.
Wenn der Mond auf seinem Höhepunkt steht, suche dein Herzensverlangen.

Höre den mächtigen Sturm des Nordwinds, schließe die Tür und setze das Segel.
Wenn der Wind aus Osten weht, erwarte das Neue und richte das Fest aus.

Wenn der Wind aus Süden kommt, küsst dich die Liebe auf den Mund.
Wenn der Wind aus Westen flüstert, finden alle Herzen Frieden und Ruhe.

Neun Hölzer kommen in den Kessel, verbrenne sie schnell und verbrenne sie langsam.
Birke im Feuer steht für das Wissen der Herrin.

Eiche ragt mächtig im Wald empor, im Feuer bringt sie die Einsicht der Götter. 
Eberesche ist ein Baum der Kraft, der Leben und Magie erblühen lässt.

Weiden am Wasser stehen bereit, uns ins Sommerland zu führen.
Weißdorn wird verbrannt, um zu reinigen und Feen anzuziehen.

Hasel – der Baum der Weisheit und des Lernens – gibt seine Kraft dem hellen Feuer.
Weiß sind die Blüten des Apfelbaums, der uns Früchte der Fruchtbarkeit bringt.

Trauben wachsen am Weinstock und schenken uns Freude und Wein.
Tanne steht für das Immergrüne und symbolisiert die Unsterblichkeit.

Holunder ist der Baum der Herrin, verbrenne ihn nicht, sonst wirst du verflucht sein.
Viermal markieren die großen Sabbate im Licht und in der Dunkelheit.

Wenn das alte Jahr zu schwinden beginnt, beginnt das neue, jetzt ist Samhain.
Wenn die Zeit für Imbolc kommt, achte auf Blumen durch den Schnee.

Wenn sich das Rad zu drehen beginnt, werden bald die Beltane-Feuer brennen.
Wenn sich das Rad zu Lamas dreht, wird die Nachtkraft zum magischen Ritual gebracht.

Viermal fallen die kleinen Sabbate, nutze die Sonne, um sie alle zu markieren.
Wenn sich das Rad zu Yule dreht, zünde das Holz an, der Gehörnte herrscht.

Im Frühling, wenn Nacht und Tag gleich sind, ist es Zeit für Ostara, zu uns zu kommen.
Wenn die Sonne ihren Höhepunkt erreicht hat, ist es Zeit für Eiche und Stechpalme zu kämpfen.

Die Ernte kommt für alle, wenn die Herbst-Tagundnachtgleiche fällt.
Achte auf Blume, Busch und Baum, von der Herrin gesegnet wirst du sein.

Wo die Wellen fließen, wirf einen Stein, die Wahrheit wirst du erkennen.
Wenn du ein Bedürfnis hast und es hältst, höre nicht auf die Gier anderer.

Verbringe keine Zeit mit einem Narren und zähle dich nicht zu seinen Freunden.
Fröhliches Treffen und fröhlicher Abschied, hell die Wangen und warm das Herz.

Beachte die dreifachen Gesetze, du solltest dreimal schlecht und dreimal gut handeln.
Wenn das Unglück groß ist, trage den Stern auf deiner Stirn.

Sei wahrhaftig in der Liebe, das musst du tun, es sei denn, deine Liebe ist dir gegenüber falsch. 
Diese acht Worte erfüllt das Rede: „An Ye Harm None, Do What Ye Will“

2. Die ethischen Prinzipien hinter dem Rede

Der Wiccan Rede basiert auf zwei wesentlichen Konzepten, die auch im freien gesellschaftlichen Leben allgemein widerhallen.

Das erste Prinzip, „harm none“ (niemandem schaden), steht im Zentrum der wiccanischen Ethik. Es geht darum, sicherzustellen, dass jeder Gedanke, jedes Wort und jede Handlung von der Absicht geleitet wird, keinem Schaden zuzufügen – weder anderen, sich selbst noch der Natur. Dieser Respekt vor dem Leben in all seinen Formen spiegelt den wiccanischen Glauben an die Verbundenheit aller Dinge wider. Indem sie diesem Prinzip folgen, pflegen Wiccans eine harmonische Beziehung zu ihrer Umwelt und den darin lebenden Wesen und erkennen an, dass jede Handlung weitreichende Folgen haben kann, die über das unmittelbar Wahrnehmbare hinausgehen. Es handelt sich gewissermaßen um eine Theoretisierung des Prinzips des contresort.

Parallel dazu fördert das Rede die individuelle Handlungsfreiheit mit dem Satz "do what ye will" (tu, was du willst). Im Gegensatz zu vielen manchmal starren religiösen Regeln legt die Wicca Wert auf persönliche Autonomie. Jeder Einzelne wird eingeladen, seinen eigenen Wünschen zu folgen, seinen eigenen spirituellen Weg zu erkunden, ohne Zwänge oder Dogmen. Diese Freiheit ist wertvoll, denn sie ermöglicht jedem Wiccan zu wachsen, zu lernen und sich entsprechend seiner eigenen Bedürfnisse und Bestrebungen zu verwirklichen.

Die Schönheit des Wiccan Rede liegt darin, wie diese beiden Prinzipien zusammenkommen. Individuelle Freiheit wird gewährt, aber sie wird durch die Verantwortung gemildert, keinen Schaden zu verursachen. Diese beiden Aspekte in Einklang zu bringen, erfordert Nachdenken: Bevor man seinen eigenen Weg geht, ist es entscheidend, die Folgen seiner Handlungen zu bedenken. Jede Entscheidung, jeder Zauber, jede Geste muss sorgfältig überlegt sein, um sicherzustellen, dass sie das Prinzip der Schadensfreiheit respektiert. So ist die Freiheit zu handeln keine grenzenlose Macht, sondern ein Privileg, das mit Verantwortung gegenüber der Welt einhergeht.

3. Das Rede und die Drei-Regel

Ergänzend zum Wiccan Rede ist die Drei-Regel ein weiteres grundlegendes Prinzip der Wicca, das ebenfalls mit den Konsequenzen unserer Handlungen verbunden ist. Die Drei-Regel, oft so formuliert: "Alles, was du tust, sei es gut oder schlecht, kehrt dreifach zu dir zurück", regt zu tiefgründigem Nachdenken vor dem Handeln an, da sie nahelegt, dass die ins Universum gesandte Energie verstärkt zu ihrem Absender zurückkehrt.

Diese Regel sollte nicht nur als einfache Strafe oder Belohnung gesehen werden. Sie spiegelt das Karma-Gesetz oder den Gegenzauber in anderen Traditionen wider und betont, dass jede Handlung, sei sie wohlwollend oder böswillig, Auswirkungen in unterschiedlichem Ausmaß hat. Wenn eine Person Liebe, Großzügigkeit oder Schutz sendet, kann sie erwarten, vervielfachte Segnungen zurückzuerhalten. Ebenso wird sich negative Energie, die Schaden oder Leid verursacht, mit noch größerer Kraft gegen sie wenden. 

Das Rede und die Dreifache Regel wirken harmonisch im spirituellen Leben der Wicca zusammen. Das Rede legt die grundlegende Ethik fest: nicht schaden, während man frei seinen eigenen Weg geht. Die Dreifache Regel bringt einen kosmischen und spirituellen Aspekt in diese Ethik, indem sie daran erinnert, dass jede Handlung Folgen hat. So erinnert die Dreifache Regel, selbst wenn das Rede Freiheit zum Handeln erlaubt, daran, dass es wichtig ist, sich stets der Energien bewusst zu sein, die man in Bewegung setzt.

4. Das Rede in der magischen Praxis

Wenn es darum geht, Zauber zu wirken oder an Ritualen teilzunehmen, wird das Prinzip „harm none“ zur Leitlinie, die jede Entscheidung und jede Handlung lenkt. 

Bei jedem Ritual oder Zauber muss sich der Wicca fragen: „Könnte das, was ich tue, jemandem direkt oder indirekt schaden?“ Diese Überlegung betrifft nicht nur die unmittelbaren Folgen, sondern auch die langfristigen Auswirkungen. Ein Beispiel: Wenn jemand Liebe anziehen möchte, fordert das Rede dazu auf, darauf zu achten, dass dieser Zauber nicht den Willen einer anderen Person manipuliert. Es wäre unethisch für Wicca, die Gefühle eines anderen zu erzwingen, selbst mit magischen Mitteln. Das Ziel ist es, jedem Wesen Freiheit zu lassen und gleichzeitig die eigenen Wünsche mit einer positiven und wohlwollenden Absicht in Einklang zu bringen.

Verantwortung in der Magie ist ein Schlüsselbegriff für Wicca. Jede magische Handlung hat Konsequenzen, und diese beschränken sich nicht immer auf die unmittelbare Wirkung. Das Rede erinnert daran, dass jede Handlung, selbst im Rahmen eines Rituals, andere Menschen oder die Umwelt beeinflussen kann, oft auf unvorhersehbare Weise. Daher werden Wicca ermutigt, sich der Energien, die sie heraufbeschwören, und der Kräfte, die sie lenken, voll bewusst zu sein.

Verantwortung bedeutet auch, bereit zu sein, die Folgen seiner Handlungen zu tragen, egal ob positiv oder negativ. Indem sie ihre Praxis am Rede ausrichten, handeln Wicca bewusst, mit einem scharfen Bewusstsein für die wirkenden Kräfte und die möglichen Auswirkungen auf sich selbst, ihr Umfeld und die natürliche Welt.

Voilà, Sie kennen nun dieses grundlegende Prinzip der Wicca aus dem Effeff. Möchten Sie tiefer in das Thema eintauchen? Besuchen Sie unsere Abteilung esoterische Buchhandlung!

Olivier d’Aeternum
Par Olivier d’Aeternum

Leidenschaftlich für esoterische Traditionen und die Geschichte des Okkulten von den ersten Zivilisationen bis zum 18. Jahrhundert teile ich einige Artikel zu diesen Themen. Ich bin auch Mitbegründer des Online-Esoterikshops Aeternum.

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