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Wie berechnet man die planetarischen Stunden in der Magie?

Wie berechnet man die planetarischen Stunden in der Magie?

INHALTSVERZEICHNIS...

 

1. Was sind Planetenstunden?
2. Warum werden sie in der Magie verwendet?
3. Wie berechnet man sie?
4. Welche Zeitzone soll verwendet werden?
5. Ein kleines Beispiel?


In der Magie gibt es eine wichtige Variable: den richtigen Zeitpunkt. Hinter dieser einfachen Idee verbirgt sich ein über zweitausend Jahre altes Berechnungssystem, das von Astrologen, Magiern und Kräuterkundigen genutzt wird, um ihre Handlungen im Einklang mit dem Rhythmus des Himmels zu planen. Von echten Magiern beherrscht, erklären wir Ihnen hier, wie Sie die Planetenstunden selbst berechnen können.

Beachten Sie, dass diese Berechnung etwas komplex ist. Gute Nachricht: Unser esoterischer Shop bietet Ihnen einen einfachen und kostenlosen Online-Rechner für Planetenstunden, den Sie hier anklicken können.

1. Was sind Planetenstunden?

Seit der Antike teilen magische Traditionen den Tag in vierundzwanzig ungleiche Stunden ein, von jeweils einem Planeten regiert. Diese Einteilung beruht auf zwei Säulen: dem Sonnenzyklus und der sogenannten chaldäischen Ordnung (traditionelle Reihenfolge der sieben mit bloßem Auge sichtbaren Himmelskörper nach ihrer scheinbaren Geschwindigkeit am Himmel, vom langsamsten bis zum schnellsten). Der Tag wird in zwei Hälften geteilt: vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang (Taghälfte) und vom Sonnenuntergang bis zum nächsten Sonnenaufgang (Nachthälfte). Jede dieser Hälften wird in zwölf Abschnitte unterteilt, die als Planetenstunden bezeichnet werden. Im Gegensatz zu den zivilen Stunden variiert ihre Dauer je nach Jahreszeit und geografischer Lage.

Die beteiligten Planeten sind die sieben sogenannten „klassischen“, mit bloßem Auge sichtbar: Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur, Mond. Diese feste Reihenfolge nennt man die chaldäische Ordnung. Sie basiert auf der scheinbaren Geschwindigkeit der Himmelskörper von der Erde aus gesehen, vom langsamsten (Saturn) bis zum schnellsten (Mond).

Der Planet, der die erste Stunde nach Sonnenaufgang regiert, gibt dem Tag seinen Namen:

  • Sonntag: Sonne

  • Montag: Mond

  • Dienstag: Mars

  • Mittwoch: Merkur

  • Donnerstag: Jupiter

  • Freitag: Venus

  • Samstag: Saturn

Diese Organisation ist belegt bei Vettius Valens (2. Jahrhundert), bei Firmicus Maternus (4. Jahrhundert) und wurde in der Renaissance von Heinrich Cornelius Agrippa in seinem De Occulta Philosophia, Buch II, Kapitel 34, genau beschrieben.

2. Warum werden sie in der Magie verwendet?

In magischen Praktiken ermöglichen planetarische Stunden, ein Ritual, ein Gebet, eine Operation oder sogar eine einfache Absicht zu verstärken, indem man sie mit dem symbolischen Einfluss eines Planeten in Einklang bringt. Jeder Planet repräsentiert eine Reihe von Qualitäten, die die Handlung lenken:

  • Saturn: Trennung, Blockade, Bannung, Alter, Ende, Trauer, Grenze, Stille

  • Jupiter: Wohlstand, Erfolg, Autorität, Gerechtigkeit, Wachstum, Legitimität, Würde

  • Mars: Kampf, Mut, Sexualität, Zorn, Schärfe, Konflikt, Leidenschaft, Vitalität

  • Sonne: Macht, Klarheit, Gesundheit, Vertrauen, Ehre, Ausstrahlung, Erfolg

  • Venus: Liebe, Schönheit, Vergnügen, Harmonie, Sinnlichkeit, Kunst, Vereinigung, Fruchtbarkeit

  • Merkur: Sprache, Schreiben, Handel, Bewegung, Schlauheit, Intelligenz, Täuschung

  • Mond: Traum, Zyklus, Emotion, Fruchtbarkeit, Wasser, Erinnerung, Illusion, Vorstellungskraft

Das Ziel ist einfach: eine Stunde wählen, in der der dominante Planet die verfolgte Absicht voll unterstützt. Ein Liebesgebet wird unter Venus kraftvoller, eine Trennung unter Saturn, eine Kommunikationsarbeit unter Merkur. Dieses Prinzip der zeitlichen Übereinstimmung durchzieht die gesamte westliche Naturmagie.

3. Wie berechnet man sie?

Die Berechnung basiert auf drei Zeitpunkten:

  • T₁: Zeit des Sonnenaufgangs

  • T₂: Zeit des Sonnenuntergangs

  • T₃: Zeit des Sonnenaufgangs am Folgetag

Aus diesen Daten ergeben sich zwei Formeln zur Zeitteilung:

  • Dauer des Tages = Sonnenuntergangszeit − Sonnenaufgangszeit
  • Dauer der Nacht = Sonnenaufgangszeit des Folgetages − Sonnenuntergangszeit

Anschließend wird jeder Abschnitt in 12 gleiche Segmente unterteilt:

  • Dauer einer planetarischen Tagstunde = Dauer des Tages ÷ 12
  • Dauer einer planetarischen Nachtstunde = Dauer der Nacht ÷ 12

Jede so erhaltene Stunde wird einer Planetenfolge nach der chaldäischen Reihenfolge zugeordnet. Man beginnt mit der ersten Stunde des Tages mit dem Tagesplaneten. Die zweite Stunde erhält den nächsten Planeten, und so weiter. Nach den zwölf Tagesstunden folgen die Nachtstunden dieser Reihenfolge, ohne sie neu zu starten.

4. Welche Zeitzone soll verwendet werden?

Um genaue planetarische Stunden zu erhalten, muss man sich immer auf die örtliche gesetzliche Zeit des Ortes, an dem man sich befindet, beziehen. Das bedeutet zwei Dinge: Sie müssen Ihre offizielle Zeitzone kennen und wissen, ob Sie sich in Normalzeit oder Sommerszeit befinden.

Das gesagt, ist es leicht, sich bei all den Messungen zu verlieren. Aber keine Panik, wir erklären es Ihnen:

  • UTC (Coordinated Universal Time): ist die weltweite Basiszeit. Sie ändert sich nie, kennt weder Winter- noch Sommerzeit. Alle Zeitzonen werden als Differenz zu ihr angegeben (Beispiel: UTC+1, UTC−5). Sie wird für Atomuhren, Luftfahrt, Astronomie verwendet, entspricht aber keinem täglichen zivilen Gebrauch.

  • GMT (Greenwich Mean Time): entspricht historisch der mittleren Sonnenzeit des Greenwich-Meridians (0° Länge). Sie ist äquivalent zu UTC, dient aber hauptsächlich als historische Referenz. Wird im Vereinigten Königreich vor allem im Winter verwendet.

  • CET (Central European Time): Zeitzone, die als gesetzliche Standardzeit (im Winter) in vielen mitteleuropäischen Ländern verwendet wird, darunter Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Belgien, die Niederlande, die Schweiz, Polen, Tschechien, Österreich, Kroatien, Slowenien,... → CET = UTC+1

  • CEST (Central European Summer Time): Sommerzeitversion der CET, angewendet während der Sommerzeitperiode. → CEST = UTC+2

Anders gesagt: Wenn Sie im Januar in Paris sind, ist die Ortszeit CET (UTC+1). Im Juli ist es CEST (UTC+2). Wenn Sie auf La Réunion wohnen, sind Sie das ganze Jahr über in UTC+4, da die Insel keine Sommerzeit anwendet.

Die UTC-Zeit ist nur als Referenz nützlich. Verwenden Sie sie niemals direkt zur Berechnung Ihrer Planetenstunden, außer Sie leben auf dem Nullmeridian ohne Sommerzeit. Entscheidend sind die Sonnenauf- und -untergangszeiten in Ihrer tatsächlichen Zeitzone mit den saisonalen Anpassungen. Das garantiert eine korrekte Berechnung.

5. Ein kleines Beispiel?

Nehmen wir ein Beispiel, wenn wir am 21. Juni 2025 in Paris sind:

  • T₁: 05:46 CEST

  • T₂: 21:56 CEST

  • T₃: 05:47 CEST (22. Juni)

So:

  • Dauer des Tages = 16 h 10 min → 970 Minuten, also 970 ÷ 12 = 80 Minuten 50 Sekunden
  • Dauer der Nacht = 7 h 51 min → 471 Minuten, also 471 ÷ 12 = 39 Minuten 15 Sekunden

Der 21. Juni 2025 ist ein Samstag. Saturn herrscht also über die erste Stunde. Die folgenden sind Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur, Mond, dann wieder Saturn, und so weiter. Die dreizehnte Stunde, die die Nacht eröffnet, setzt die logische Reihenfolge in derselben Reihenfolge fort.

Olivier d’Aeternum
Par Olivier d’Aeternum

Leidenschaftlich für esoterische Traditionen und die Geschichte des Okkulten von den ersten Zivilisationen bis zum 18. Jahrhundert teile ich einige Artikel zu diesen Themen. Ich bin auch Mitbegründer des Online-Esoterikshops Aeternum.

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