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Was ist der Unterschied zwischen Tarot und Orakel?

Was ist der Unterschied zwischen Tarot und Orakel?

INHALTSVERZEICHNIS...

 

1. Wie ist ein Tarot aufgebaut?
2. Was ist dann ein Orakel?
3. Welches soll man zum Einstieg wählen?
4. Kann man Tarot und Orakel kombinieren?


Wenn du ein esoterisches Geschäft betrittst oder online nach einem Kartenspiel suchst, stößt du auf zwei Familien: das Tarot und das Orakel. Beide dienen zum Ziehen, Lesen und Befragen. Beide besitzen Bilder, Symbole, Botschaften. Aber ihre Struktur, ihre Funktionsweise, ihre Energie sind nicht dieselben. Es sind nicht zwei Versionen desselben Werkzeugs. Es sind zwei verschiedene Wege zu einer Weltdeutung.

1. Wie ist ein Tarot aufgebaut?

Das Tarot ist kodiert. Es besitzt eine feste Struktur, egal in welcher Version. Es gibt 78 Karten: 22 Große Arkana (Der Narr, Das Gefährt, Die Welt…) und 56 Kleine Arkana, die in vier Familien unterteilt sind: Münzen, Kelche, Schwerter, Stäbe.

Diese Struktur schafft eine vollständige symbolische Sprache. Jede Karte hat einen Platz, eine Funktion, eine Verbindung zu den anderen. Das Tarot lässt keine Lücken. Es durchquert alle Facetten der menschlichen Erfahrung: Wahl, Fall, Transformation, Begegnung, Einsamkeit, Impuls.

Tarot zu ziehen bedeutet, ein lebendiges System zu befragen. Du stützt dich auf eine alte Grammatik, die sich dennoch ständig bewegt.

2. Was ist dann ein Orakel?

Ein Orakel folgt keiner vorgegebenen Struktur. Es kann 33 Karten, 54 oder 100 haben. Es kann auf Tieren, Archetypen, inspirierenden Sätzen, Jahreszeiten, himmlischen Symbolen basieren. Jeder Schöpfer erfindet seine eigene Logik. Das Orakel kann sanft, direkt, poetisch, spirituell sein. Es spiegelt eine freiere, intuitivere, manchmal zugänglichere Weltanschauung wider.

Du kannst eine Orakelkarten ziehen, ohne Vorkenntnisse. Du liest das Bild, das Wort, das Gefühl. Du lässt dich durchströmen.

Das Orakel hat keine feste Struktur. Es hat eine einzigartige Stimme, die seinem Schöpfer eigen ist.

3. Welches soll man zum Einstieg wählen?

Das hängt ganz von deinem Bedarf ab. Wenn du ein strukturiertes, reichhaltiges Werkzeug möchtest, das dir erlaubt, komplexe Legungen zu machen, ist das Tarot eine sehr gute Grundlage. Es lehrt dich auch eine Art, Zyklen, Übergänge, große Lebensabschnitte zu lesen.

Wenn du eine schnellere, spontanere Lesung möchtest oder eine unmittelbare Verbindung zu einem Thema (Totemtier, Natur, Emotionen…), kann ein Orakel besser zu dir passen. Es verlangt keine Vorkenntnisse. Es ruft zu einem sofortigen inneren Hinhören auf.

Du kannst auch beide verwenden, ohne sie zu vermischen. Das Tarot gibt den Rahmen. Das Orakel gibt die Nuance.

4. Kann man Tarot und Orakel kombinieren?

Ja, wenn du weißt, was du von jedem Werkzeug erwartest. Das Tarot kann eine Lesebasis, eine Struktur bieten. Das Orakel kann eine Botschaft hervorheben, eine Emotion öffnen, ein Bild hinzufügen. Aber sei vorsichtig, nicht zu versuchen, eine Tarotlegung mit einem Orakel zu „korrigieren“. Es ist kein Pflaster. Es ist eine ergänzende Stimme.

Der Unterschied zwischen Tarot und Orakel ist der zwischen einem strukturierten Buch und einer Gedichtsammlung. Beide sprechen wahr. Beide berühren. Aber sie tun es auf unterschiedliche Weise.

Olivier d’Aeternum
Par Olivier d’Aeternum

Leidenschaftlich für esoterische Traditionen und die Geschichte des Okkulten von den ersten Zivilisationen bis zum 18. Jahrhundert teile ich einige Artikel zu diesen Themen. Ich bin auch Mitbegründer des Online-Esoterikshops Aeternum.

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