Der Opal scheint einen wechselnden Himmel unter seiner Oberfläche zu bewahren. Seine grünen, roten, blauen oder orangefarbenen Schimmer erscheinen bei Bewegung und verschwinden dann aus einem anderen Blickwinkel. Dieses instabile Licht brachte ihn mit Vision, Vorstellungskraft, Liebe und Glück in Verbindung, aber auch mit einem ungerechten Ruf als Unglücksstein.
Seine Geschichte stellt keinen glückbringenden Stein der Antike einem für immer verfluchten Stein gegenüber. Sie zeigt vielmehr, wie ein faszinierendes optisches Phänomen je nach Epoche neue Deutungen erhält. Der Opal eignet sich daher für Rituale, die etwas offenbaren, verführen oder verwandeln wollen, ohne das Ergebnis festzulegen.
Um diesen Stein unter verwandten Mineralien einzuordnen, vergleichen Sie ihn mit Rubine, Beryll und Chrysopras.
Ein aus Kieselsäure entstandenes Licht
Opal ist hydratisierte Kieselsäure ohne regelmäßiges Kristallgitter. Im Edelopal beugen winzige, regelmäßig angeordnete Kieselsäurekügelchen das Licht: Ihre Größe und Anordnung lassen das Farbenspiel entstehen. Der Gemeine Opal weist diesen Effekt hingegen nicht auf.
Die gemmologische Beschreibung des GIA unterscheidet ebenfalls zwischen hellem Opal, schwarzem Opal, Feueropal und Matrixopal. Diese Bezeichnungen beschreiben eine Grundfarbe, ein Erscheinungsbild oder das Muttergestein; sie stellen keine magische Rangordnung dar.
Die Königin der Farben laut Plinius
Im 1. Jahrhundert bewundert Plinius der Ältere am Opal das Feuer des Rubins, das Purpur des Amethysts, das Grün des Smaragds und weitere vereinte Farben. Seine Natural History, Buch 37, berichtet außerdem von dem Senator Nonius, der das Exil dem Verzicht auf einen von Marcus Antonius begehrten Opal vorzieht.
Diese Erzählung verleiht dem Stein einen Wert, der über seinen Preis hinausgeht: Er steht für ein inneres Licht, das ein Mächtiger nicht beschlagnahmen kann. Das Bild eignet sich für Arbeiten zu Würde, Unabhängigkeit und der Treue zur eigenen Entscheidung.
Woher kommt ihr Ruf als Unglücksstein?
Die Vorstellung, der Opal bringe Unglück, ist weder universell noch uralt. Sie entwickelte sich vor allem im Europa des 19. Jahrhunderts. Der 1829 veröffentlichte Roman Anne of Geierstein von Walter Scott schildert einen Stein, dessen Glanz den Tod einer Figur begleitet. Der Erfolg des Buches nährte die Vorstellungskraft der Bevölkerung, schuf den gesamten Aberglauben jedoch nicht allein.
Später stellten kommerzielle Erzählungen den Opal anderen Edelsteinen gegenüber. Es gibt keinen Grund, ihn zu fürchten. Im Gegenteil kann man mit seinem ins Gegenteil verkehrten Ruf arbeiten: einem ungerechtfertigt belasteten Bild seine Schönheit, sein Glück und seine Freiheit zurückzugeben.
Eine Farbe, die sich nicht fügt. Der Opal zeigt nicht bei jedem Blick dasselbe Licht. Im Ritual erinnert er daran, dass ein Mensch weder auf eine Stimmung noch auf die Meinung anderer reduziert werden kann. Sein wechselnder Glanz schützt das Recht, sich zu entwickeln.
Sonne, Venus und planetare Farben
In The Magic and Science of Jewels and Stones, veröffentlicht 1922, bringt Isidore Kozminsky den Opal mit der Sonne, der Venus und dem Uranus sowie mit Löwe, Waage und Wassermann in Verbindung. Darin vereint er Schönheit, Liebe, Hoffnung und Erfüllung.
Scott Cunningham ordnet ihm 1988 alle Planeten und alle Elemente zu, gerade weil er mehrere Farben vereint. Diese moderne Deutung macht den Opal zu einem Synthesestein. Für eine klarere Arbeit wählen Sie dennoch nur eine Richtung: den Freitag für Liebe und Schönheit, den Sonntag für Selbstvertrauen und Erfolg.
Vision, Schönheit, Liebe und Glück
Für die Vision drehen Sie den Opal langsam unter sanftem Licht und beobachten Sie, welche Farbe zuerst erscheint. Geben Sie dieser Farbe ein Wort und schreiben Sie anschließend auf, worauf sie Sie in der gegenwärtigen Situation hinweist. Dies dient der Reflexion und ist kein unfehlbares Orakel.
Für die Liebe legen Sie ihn auf einen Brief, der eine auf Zustimmung, Freude und Gegenseitigkeit beruhende Verbindung beschreibt. Für die Schönheit weihen Sie ihn vor einem Spiegel, indem Sie benennen, was Sie zum Vorschein bringen möchten, statt es zu korrigieren.
Für Glück tragen Sie ihn bei einer Gelegenheit des Aufbruchs: bei einer Begegnung, einer Ausstellung, einem Vorstellungsgespräch oder einem Start. Sein Farbenspiel wird zum Zeichen der Möglichkeiten, die Sie sehen und ergreifen möchten.
Der Spiegel der möglichen Farben
Stellen Sie an einem Freitag in der Dämmerung den Opal vor einen Spiegel und entzünden Sie mit Abstand eine weiße Kerze. Schreiben Sie drei mögliche Wege für dieselbe Frage auf. Beobachten Sie, wie sich der Stein im Spiegelbild bewegt, und lesen Sie dann jeden Weg laut vor, ohne in jedem Funkeln nach einem Omen zu suchen.
Wählen Sie die Handlung, die Ihren Wunsch, Ihre Grenzen und die Grenzen anderer am besten respektiert. Schieben Sie das Papier bis zum nächsten Tag unter den Spiegel und tragen Sie den Opal, wenn Sie die erste Handlung ausführen. Das Ritual verwandelt die Vision in eine Entscheidung.
Entsprechungen und Orientierungspunkte
| Orientierungspunkt | Entsprechung |
|---|---|
| Beschaffenheit | Hydratisierte Kieselsäure, gewöhnlich amorph |
| Härte | 5 bis 6,5 auf der Mohs-Skala |
| Planeten | Sonne, Venus und Uranus bei Isidore Kozminsky |
| Zeichen | Löwe, Waage und Wassermann bei Kozminsky |
| Elemente | Alle Elemente bei Scott Cunningham |
| Tage | Freitag für Venus; Sonntag für die Sonne |
| Bereiche | Vision, Vorstellungskraft, Schönheit, Liebe, Glück und Transformation |
| Rituelle Handlung | Die Farben spielen lassen, Möglichkeiten benennen und dann wählen |










































