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Alabaster
Albâtre

Mineral-Grimoire

Alabaster

4 Min. Lesezeit

Alabaster hält das Licht zurück, statt es zurückzuwerfen. Ob weiß, honigfarben oder geädert, lässt er ein sanftes Leuchten hindurch, das für Duftgefäße, Opfergaben, Skulpturen und Grabdenkmäler verwendet wurde.

Sein Name umfasst jedoch zwei Materialien: den weichen, feinen Gipsalabaster und den „ägyptischen Alabaster“, bei dem es sich um massiven Calcit oder Travertin handelt. Sie zu unterscheiden ermöglicht es, jeden Gegenstand mit der passenden Geschichte zu verbinden, ohne den gemeinsamen roten Faden des eingeschlossenen Lichts zu verlieren.

Zwei Steine unter einem Namen

Europäischer Alabaster ist in der Regel eine feinkörnige Varietät von Gips, einem hydratisierten Calciumsulfat, das weich genug ist, um mit dem Fingernagel zerkratzt zu werden. Der sogenannte ägyptische Alabaster ist ein Calciumcarbonat und steht dem Calcit und Travertin näher. Beide können durchscheinend und leicht zu bearbeiten sein, weshalb sich in der Kunstgeschichte derselbe Name erhalten hat.

Dieser Unterschied bestimmt die Pflege und die Interpretation eines Gegenstands. Ein antikes Gefäß aus „ägyptischem Alabaster“ beweist nicht, dass der heute verkaufte weiße Gips genau denselben rituellen Verwendungen diente.

Gefäße, Düfte und Opfergaben aus Ägypten

Das Metropolitan Museum of Art bewahrt ein Fläschchen aus Travertin beziehungsweise ägyptischem Alabaster, dessen Form an ein Libationsgefäß erinnert und dessen Dekor Lotus, Jugend und Erneuerung darstellt. Ein weiterer königlicher Kosmetiktopf belegt die Verwendung dieses Steins für Duftöle und Salben.

Diese Gegenstände verbinden Alabaster mit dem Behälter, der Opfergabe und der Aufbewahrung einer wohlriechenden Substanz. Das Material allein ist nicht entscheidend: Die Bedeutung trägt das Zusammenspiel aus Gefäß, Inhalt, Besitzer und vollzogener Handlung.

Das Alabastergefäß und die Salbung

In den Evangelien bringt eine Frau ein Alabastergefäß mit einem kostbaren Duftöl und gießt es als Ehrengeste aus. Die Erzählung, die insbesondere im Evangelium nach Markus nachzulesen ist, hat Alabaster im Westen dauerhaft mit Salbung, Großzügigkeit und uneingeschränkter Hingabe verbunden.

Der biblische Gegenstand bezeichnet zunächst ein Gefäß, keinen Kristall mit einer eigenständigen Wirkung. Eine heutige Verwendung kann die Logik des Behälters und der Opfergabe aufgreifen, ohne zu behaupten, dass jedes Stück Alabaster durch diese Erzählung geweiht sei.

Mond, Venus, Wasser und Erde

Der Mond steht für Weiße, Aufnahmefähigkeit, Erinnerung und gedämpftes Licht. Venus herrscht über Duft, Salbung, Gastfreundschaft und Gabe. Das Wasser steht für die dargebrachte Flüssigkeit; die Erde für das Gefäß, das ihr eine Form gibt. Der Montag eignet sich für Erinnerung, der Freitag für Duft und Dankbarkeit.

Eine sanfte Lampe, ein weißes Tuch, ein kleines verschlossenes Fläschchen oder frische Blumen genügen, um den Altar zu gestalten. Gießen Sie kein Öl und kein Parfüm direkt auf den Stein: Die Handlung kann in einem danebenstehenden Gefäß vollzogen werden.

Hingabe, Erinnerung und Gastfreundschaft

Alabaster begleitet Gebete, Gedenkfeiern, den Empfang eines Gastes und Gesten der Dankbarkeit. Er eignet sich für Räume, in denen man ein sanftes Licht bewahren möchte: einen Familienaltar, einen Nachttisch, einen Leseplatz oder eine den Verstorbenen gewidmete Ecke.

Seine Funktion als Behälter regt auch dazu an, sich mit dem zu beschäftigen, was man bewahren möchte. Ein Brief, ein Name, eine Fotografie oder eine Absicht können neben ihn gelegt werden. Es geht nicht darum, festzuhalten, was gehen muss, sondern der Erinnerung eine würdige Form zu geben.

Das Ritual des dargebrachten Dufts

Stellen Sie an einem Freitag den Alabaster neben ein kleines verschlossenes Fläschchen. Benennen Sie die Person, die Gottheit oder den Wert, den Sie ehren möchten. Schreiben Sie auf ein Blatt, was Sie empfangen haben und durch welche Handlung Sie es weitergeben werden.

Öffnen Sie das Fläschchen für einige Augenblicke, ohne den Stein zu berühren, und sprechen Sie: „Was empfangen wurde, wird zur Opfergabe; was bewahrt wurde, wird zur Erinnerung.“ Verschließen Sie es wieder und vollziehen Sie anschließend die eingetragene Gabe: eine Nachricht, eine Mahlzeit, eine Blume, Hilfe oder geschenkte Zeit.

Entsprechungen und Orientierungspunkte

Orientierungspunkt Entsprechung
Natur Feiner Gips; oder Calcit-Travertin für ägyptischen Alabaster
Antike Gegenstände Libationsgefäße, Parfümfläschchen und Salbentöpfe
Religiöses Bild Alabastergefäß und Salbung in den Evangelien
Planeten Mond und Venus
Elemente Wasser und Erde
Tage Montag und Freitag
Bereiche Hingabe, Opfergabe, Erinnerung, Duft und Gastfreundschaft
Rituelle Handlung Benennen, was empfangen wurde, und es weitergeben
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