Die ägyptische Kartusche ist eine ovale Schlaufe mit einer kurzen abschließenden Leiste, die bestimmte Namen des Königs oder der Königin umschließt. Der Begriff „Kartusche“ stammt von französischen Gelehrten der Neuzeit; die Ägypter verwendeten eine vom Shen-Ring abgeleitete Form. Den Namen zu umschließen bedeutet, ihn hervorzuheben, zu schützen und ihm einen königlichen Rang zu verleihen. Kartuschen spielten außerdem eine entscheidende Rolle bei der Entzifferung der Hieroglyphen im 19. Jahrhundert.
| Form | Längliches Oval, das durch eine Leiste geschlossen wird |
|---|---|
| Ursprung | Entwicklung des Shen-Rings |
| Funktion | Königliche Namen umrahmen und schützen |
| Verwendung | Geburts- und Thronnamen des Herrschers |
| Neuere Geschichte | Wichtiges Werkzeug zur Entzifferung der Hieroglyphenschrift |
Wie erkennt man eine Kartusche?
Die Kartusche erscheint als lange ovale Schlaufe, die eine Folge von Hieroglyphen umschließt. Eine Leiste verschließt ein Ende.
Das British Museum beschreibt ihn als eine besondere Form, die um den Namen eines Königs oder einer Königin verwendet wird.
Diese Umrandung hebt den königlichen Namen in einer komplexen Inschrift sofort hervor.
Welche Verbindung besteht zum Shen-Ring?
Die Kartusche leitet sich vom Shen ab, einer mit Dauer und Schutz verbundenen Seilschlaufe.
Das Metropolitan Museum bewahrt eine Gründungsplatte von Psusennes I., deren gesamte Form den Shen-Ring um den königlichen Namen wiedergibt.
Das Oval des Kartuschs bewahrt somit die Vorstellung einer schützenden Umrandung, die auf die Identität des Herrschers angewandt wird.
Warum ist der Name des Pharaos umrandet?
Der Name besitzt in der ägyptischen Vorstellungswelt eine grundlegende Bedeutung. Ihn zu schützen trägt zur Kontinuität der Person und des Königtums bei.
Die Kartusche hebt den Namen hervor und macht ihn zugleich sofort sichtbar.
Sie dient somit als Schrift, Rahmen und Statussymbol.
Welche Königsnamen kommen in die Kartuschen?
Der König besitzt eine aus mehreren Namen bestehende Titulatur. Zwei davon stehen in Kartuschen: der Geburtsname und der Thronname.
Diese Praxis wird zu einem der erkennbarsten Merkmale der königlichen Epigraphik.
Ein Skarabäus kann eine Kartusche oder eine vereinfachte Form mit dem Namen eines Herrschers wiedergeben, selbst lange nach dessen Tod.
Warum hilft die Kartusche bei der Entzifferung der Hieroglyphen?
Im 19. Jahrhundert erkannten die Gelehrten, dass die Ovale königliche Namen enthielten.
Jean-François Champollion verglich die Kartuschen bekannter Herrscher und identifizierte phonetische Werte – ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Lesung der ägyptischen Schrift.
Das British Museum erklärt, wie die Kartuschen von Ramses und Thutmosis dazu beitrugen, den phonetischen Charakter mehrerer Zeichen zu bestätigen.
Quellen und historische Orientierung
Das British Museum erklärt die Kartusche als schützende Schleife, die den Königsnamen umschließt, und erinnert an ihre Verbindung mit dem Schen. Sein Artikel über Champollion zeigt ihre Rolle bei der Entzifferung der Hieroglyphen.






























